Affen kennen den Wert des Geldes und betrügen auch
Wenn eine Gurkenscheibe Münzen zu ähnlich sieht, sollte der Pfleger aufpassen
Affen können "Geld" umgehen und auch dessen Wert verstehen, haben Sarah Brosnan und Frans de Waal von der Emory-Universität gezeigt. Sie erkennen, dass eine große Münze wertvoller sein kann als eine kleine, nutzen "Sonderangebote" und greifen auch zu Betrug: Ein Affe versuchte einem der Pfleger eine Gurkenscheibe anzudrehen, die oberflächlich den verwendeten Granitmünzen ähnelte. Selbst käufliche Liebe gibt es - die Affendame setzte ihren Lohn direkt in Nahrungsmittel um.
Bonobos teilen das in Gemeinschaftsaktionen erworbene Futter fair untereinander auf. Damit kooperierten sie in vielen Fällen effektiver als ihre größeren Verwandten, die Schimpansen. Das berichten deutsche und US- amerikanische Forscher um Brian Hare vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie.
Die Wissenschaftler hatten untersucht, ob Gruppen von Bonobos (Pan paniscus) und Schimpansen (Pan troglodytes) jeweils für sich besser zusammen arbeiten, wenn sie nur gemeinsam an Futter gelangen können. Damit prüften Hare und seine Kollegen zwei gegenläufige Theorien: Demnach könnten Schimpansen bei solchen Versuchen im Vorteil sein, weil sie auch bei der Jagd auf kleine Tiere in freier Wildbahn in Gruppen zusammen arbeiten. Der anderen Theorie nach kooperieren die Bonobos besser, weil ihr soziales Verhalten stärker ausgeprägt ist.
Die Gruppe um Hare hatte jeweils zwei Affen der gleichen Art zusammen in einen Käfig gesetzt. Vor dem Käfig - aber nicht in Reichweite - lag ein Brett mit Futter darauf. Die Tiere konnten nur an die Früchte gelangen, wenn sie gleichzeitig an den Enden eines am Brett befestigten Seiles zerrten.
Zwar zogen Schimpansen und Bonobos annähernd gleich häufig "an einem Strang", Unterschiede gab es jedoch bei der Aufteilung des Futters. Nur wenn mehrere Fruchtstückchen präsentiert wurden, teilten die Schimpansen brüderlich, schreiben die Forscher. Gab es dagegen nur eine einzelne große Frucht, behielt in nahezu allen Fällen eines der Tiere das Futter für sich. Bei den Bonobos dagegen nahm keines der Tiere bei den Versuchen mehr als die Hälfte bis etwa zwei Drittel des Futters für sich in Anspruch. Ein einzelne Frucht wurde geteilt.
Den Forschern zufolge wird damit die Theorie gestützt, dass vor allem die so genannte soziale Toleranz über die Effizienz gemeinsamer Aktionen entscheidet. Ihr sehr soziales Verhalten hätten Bonobos bei ihrer evolutionären Entwicklung wahrscheinlich durch einen zunehmenden Verlust aggressiven Verhaltens erworben.

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Hare B et al (2007) Tolerance Allows Bonobos to Outperform Chimpanzees on a Cooperative Task. Curr Biol 17: 619 - 623

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04.06.2007 / mp mit Material der dpa
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