Mann an Hauswand Video
Die Sanierung alter Gebäude soll einen großen Teil Energie einsparen
Häuser mit neuer Hülle
Arthur Schankula verpasst Häusern neue Fassaden
Der Münchener Architekt Arthur Schankula saniert Altbauten, indem er ihnen eine vorgefertigte Fassade überstülpt.
Der Vorteil dabei sei, dass es auf der Baustellen nur eine relativ kurze Störung gibt, sagt Schankula. "Wir wollen im bewohnten Zustand sanieren. Die Leute bleiben drin wohnen und die Fassade ist in ein oder zwei Tagen dran." Auf der Grundlage eines hochpräzisen dreidimensionalen Modells kann die Gebäudehülle hergestellt werden.

Bei einem Sanierungsprojekt im oberbayerischen Bad Albing setzt Schankula auf die "solar aktivierte Fassade", eine zusätzliche äußere Schicht aus Glas. Die Sonne erwärmt die Luft zwischen Glas und Außenwand. Danach saugen Ventilatoren die erwärmte Luft an und führen sie in andere, kältere Gebäudeteile.

"Häuser aus den 1930er oder 1970er Jahren haben einen Wärmebedarf von etwa 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr", sagt Schankula. "Nach der Dämmung ist das rund ein Drittel oder Fünftel, je nach Standard." Mit der solar aktivierten Fassade hofft er den Energiebedarf um 15 Prozent senken zu können.

"Wir ziehen diesem Haus eine Art Winterpullover an"
Lupe
"Wir müssen die Altbauten auf den Stand moderner Neubauten bringen, damit wir den Energieverbrauch in der Schweiz markant senken können", sagt Mark Zimmermann von der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa). Der Architekt arbeitet an einem "Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprogramm" zu "Rationeller Energienutzung in Gebäuden" entsprechend der "Minergie"-Baustandards. "Das ist der Winterpullover, den wir dem Haus anziehen", so Architekt Reto Miloni.




Auch Hartmut Hübner baut alte Gebäude um
Hartmut Hübner entwickelt Pläne zum Energie sparen
Hartmut Hübner von der Universität Kassel hat 2006 den Europäischen Solarpreis erhalten, weil er Pläne entwickelt hat, die Plattenbauten Osteuropas zu sanieren. "Das Solanova-Projekt hat gezeigt, dass man kostengünstig Plattenbauten auf einem Standard für nachhaltiges Wohnen sanieren kann", sagt Hübner. Sein Team konnte den Energieverbrauch um mehr als 80 Prozent senken, dabei kostete die Sanierung nur 250 Euro pro Quadratmeter. Nach den Umbaumaßnahmen geht der Wärmeverlust des Hauses gegen Null.





Links
"Fakten zur CO2-Gebäudesanierung" vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Standards und Technik für Minergie "Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprogramm Rationelle Energienutzung in Gebäuden"
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