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Konzerne sind also rücksichtslos, beziehungsunfähig, betrügerisch. So simpel wie das Fazit klingt, ist "The Corporation" nicht. Der Autor des Films, Joel Bakan, hat auch ein fundiertes Buch zum Thema geschrieben: "Momentan bringt es politisch mehr, den Konzernen bessere Regeln staatlich zu verordnen", meint er. "Langfristig brauchen wir eine politische Bewegung. Sie muss versuchen, ökonomische Strukturen zu entwickeln, die demokratisch sind und auch anderen Zielen dienen, als ausschließlich dem, Geld zu machen."
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Ausbeutung & Umweltzerstörung
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Zum Beispiel die Ausbeutung der Dritten Welt: Menschen produzieren zu Hungerlöhnen Waren westlicher Unternehmen. Erstaunlich ist, dass manche das in einen Akt der Menschlichkeit umlügen: "Das einzige, was diese Leute der Welt zu bieten haben, ist ihre billige Arbeit", sagt Michael Walker, Präsident von Fraser-Institute. "Und was sie der Welt sagen, ist: Kommt her, und lasst uns arbeiten. Wir arbeiten für zehn Pence in der Stunde. Denn für zehn Pence in der Stunde können wir uns Reis kaufen, um nicht zu verhungern."
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Nächstes Beispiel: Umweltzerstörung. Das Prinzip der Gewinnmaximierung nimmt keine Rücksicht auf "Nebenwirkungen". Der Film ist immer dann stark, wenn er konkrete Folgen zeigt: zerstörte Natur, genetisch deformierte Tiere, krank geborene Kinder. Stets wiegeln die Konzerne ab: Einzelschicksale, sagen sie, doch es sind Schicksale. Samuel Epstein, Arzt für Umwelt- und Arbeitsmedizin, kritisiert: "Wenn ich ein Gewehr nehme und Sie erschieße, dann ist das kriminell. Wenn ich Sie Chemikalien aussetze, von denen ich weiß, dass sie Sie töten werden - wo ist der Unterschied? Der einzige Unterschied ist, dass es länger dauert, Sie umzubringen."
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Manipulation von Konsumenten
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Besonders spannend ist, wie Konzerne Konsumenten manipulieren. Etwa die subtile Beeinflussung von Kinderwünschen, ein fieser Alltagshorror mit Folgen. "Man kann alle Konsumenten so manipulieren, dass sie ein Produkt wollen und deshalb kaufen. Das ist - ein Spiel", sagt Lucy Hughes, Vizepräsidentin der Initiative Media und Autorin des Buches "Der Quängelfaktor".
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Beide Seiten kommen zu Wort
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Dennoch funktioniert "The Corporation" nicht wie die Filme von Michael Moore. Dieser Film argumentiert. Er lässt beide Seiten zu Wort kommen: Konzernchefs und Kritiker. Das Ergebnis ist ernüchternd und macht wütend. Doch Autor Joel Bakan gibt sich kämpferisch: "Das Römische Imperium ist untergegangen, genauso wie der Kommunismus. Die Kirche hat längst nicht mehr die Macht, die sie mal hatte. Monarchien haben an Bedeutung verloren. Ich glaube, dass kein autoritäres System - und als solches sehe ich das System kapitalistischer Konzerne an - ewig dauert."
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 "The Corporation"
Regie: Mark Achbar
Kinostart in Deutschland: 16.06.2005
Ab 04.07.2005 auf DVD
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 Joel Bakan:
"Das Ende der Konzerne"
Europa 2005
ISBN: 3203755432
12,90 € |  |
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