Ausstellung
Moderne Kentauren
Christoph Bergmanns Skulpturen in München
"Mythos Metall" heißt eine Ausstellung in der Münchner Glyptothek, die Skulpturen des 1959 geborenen Künstlers Christoph Bergmann zeigt. Diese verbinden antike Formgebung mit der modernen Ästhetik von High-Tech-Maschinen und Superhelden-Comics.
Ein bis zur Hüfte weiblicher Torso ist der Unterleib eine Rakete. Ein muskelbepackter männlicher Oberkörper ist kopflos, sein Rumpf steht auf Rädern. Das Werk gleicht einem Kampfwagen-Kentaur. Christoph Bergmann zeigt Körper, die in Flugzeugteile übergehen oder wie Schiffsrümpfe anmuten, mitten in der Verwandlung erstarrte Techno-Wesen aus Aluminium. Der Bildhauer, geboren 1959 in Breisach, war Meisterschüler und Assistent des bekannten englischen Pop-Künstlers Eduardo Paolozzi. Das Zusammenstellen von Gegensätzlichem ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts der modernen Kunst geläufig. In den meisten Figuren Bergmanns sind antike Torsi mit Formen aus moderner Forschung und Technik verschmolzen. Man kann diese Mischwesen als Moderne Kentauren bezeichnen.
Faszination und Gefahren des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts bilden das Grundthema vieler seiner Arbeiten. Und dabei befasst er sich beispielsweise mit Flugzeugen und Raketen, aber einige Arbeiten reflektieren auch die neuen und für einen Nichtfachmann in ihrer Bedeutung kaum ermessbaren Entwicklungen im Bereich der Gentechnik. So wie die anziehende Ästhetik vieler moderner technischer Produkte zum Teil in deren ungeheurer Perfektion liegen, so sind Bergmanns Skulpturen - meistens aus Aluminium - ebenso perfekt ausgearbeitet, denn nur so kann er sein großes Thema "Mensch und Technik" ausloten. Indem er Formen der modernen Technik mit dem vollendeten Körperbild der griechischen, meist klassischen Kunst verschmilzt, entstehen oft ebenso schönen und geheimnisvollen Mischwesen.
Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Ausstellung
"Mythos in Metall - Skulpturen von Christoph Bergmann" Glyptothek, München
bis 13.12.2009
23.10.2009 / Kulturzeit / tm