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Verzweifelte Obszönität
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Aber die Vergangenheit kommt zurück: Lucia erscheint, das Mädchen, das er einst missbrauchte. Fabelhaft finde ich Charlotte Rampling. Ein Blick nur. Der sagt alles. Aber auch Max ist erschreckt. Sie könnte ihn auffliegen lassen. Max, der Geläuterte, ist fassungslos. Sein Hitlergruß war eine Provokation, die aber unbemerkt geblieben ist. Im KZ musste Lucia vor den SS-Schergen singen. Sie, die Gefangene, tritt auf wie eine Nachtclubsängerin. Lasziv und bestimmend. Offenbar genießen beide die Situation wie ein sadomasochistisches Machtspiel. 1974 war das ein Skandal. Es ist eine Schlüsselszene voll verzweifelter Obszönität, die mich jedes Mal wieder berührt.
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Überragende Schauspieler
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Der ehemalige SS-Mann und das Mädchen sehen wir in gieriger Umarmung. Dass das Unfassliche fassbar wird, liegt für mich allein an den beiden überragenden Schauspielern, Dirk Bogarde und Charlotte Rampling. Ihnen nehme ich diesen Spagat ab. Max und Luzia haben sich in seiner Wohnung verbarrikadiert. Die ehemaligen SS-Kameraden planen, Lucia, die Zeugin ihrer Verbrechen, umzubringen. Max wird das nicht zulassen. Sie leben wie Gefangene. Plötzlich sind beide Opfer. Und ein unerwartetes Gefühl macht sich breit: Aus Ekel wird Sympathie für diesen Max. Merkwürdig, aber mir geht es so.
Mutig wagen die beiden die Flucht. Aber wohin fliehen? Der Weg zum Glücklichsein ist nicht ausgeschildert.
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 "Der Nachtportier"
Italien 1974
Regie: Liliana Cavani
Darsteller: Dirk Bogarde, Charlotte Rampling, Philippe Leroy, u.a.
Verleih: zyx music |  |
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