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Schonungslos und radikal den Krieg gezeigt
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Steve Pink ist Soldat in der New Hampshire National Guard, und einer der Protagonisten des Films, der schonungslos, radikal den Krieg im Irak beschreibt. "The War Tapes" zeigt die direkte, subjektive Sicht dreier US-Soldaten, die im März 2004 für ein Jahr in den Irak gehen, um den 11. September zu rächen oder schlicht Geld für das College zu verdienen. Das Material für den Film drehten die Soldaten selbst und schickten es der Regisseurin Deborah Scranton in die USA. Gefechtssituationen, Bombenanschläge, Kinder, die Nacktfotos verkaufen, das Leben im Lager Anaconda, mitten im sunnitischen Dreieck. "The War Tapes" zeigt die Operation "Freedom" als Homevideo von der Front.
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Soldaten interviewen sich gegenseitig
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Es ist ein Projekt, das nur möglich war, weil Deborah Scranton mit ihren Protagonisten ständig per Internet in Kontakt stand. Laufend erhielt sie Kassetten, die "War-Tapes", insgesamt 800 Stunden Krieg. Per E-Mail hielt sie Kontakt mit den Soldaten. Sie wusste, was geschah, konnte Anweisungen geben. Die Soldaten interviewten sich gegenseitig und beschrieben der Kamera ihr Leben, ihre Gedanken.
Dabei entstand eine Nähe, eine Direktheit der Bilder und Situationen. Keine Distanz, kein ideologischer Standpunkt, dafür bedrückend persönliche Geschichten von Männern, die aus ihrem Alltag gerissen völlig unvorbereitet in den Irak kommen.
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Ein Film auf der Seite der Soldaten
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Sie habe keinen Film drehen wollen, der für oder gegen diesen Krieg ist, sagt Scranton. "Ich wollten einen Film drehen, der auf der Seite der Soldaten steht und versucht, die Unkenntnis über das, was sie tun, zu überbrücken. Ich wollte, dass man die Soldaten kennen lernt und dass diese Männer nicht nur eine Zahl ohne Gesicht bleiben."
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Keine politische Botschaft
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"The War-Tapes" vermitteln keine politische Botschaft. Das Militär lobt den Film genauso wie Anti-Kriegsorganisationen. Er ist verstörend genau, etwa wenn ein US-Konvoi versehentlich eine Zivilistin überrollt. Doch auch dann sind die Soldaten nicht die Bösen. Man mag sie. Nur Anti-Kriegshelden werden, diesen Gefallen tun sie dem Zuschauer nicht. Und so vermitteln sie, ohne Absicht, doch eine Botschaft: das präzise Bild eines absurden Unternehmens, einer Militärmaschinerie, eines Fremdkörpers in einem fremden Land, ausweglos verfangen.
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MM: Der Irak als souveräne Nation, was hältst Du davon?
KS: Nun, ich denke, es ist eine fantastische Gelegenheit für den Irak, ein neues Kapitel der Geschichte aufzuschlagen, eine freie und demokratische Gesellschaft zu werden, die den ganzen mittleren Osten stabilisieren und eine freiere und stabilere Welt schaffen wird, wie wir alle wissen.
MM: Sag mir, was Du wirklich denkst.
KS: Ja, und wenn alles vorbei ist, kaufen wir jedem auf der Welt ein kleines Hündchen.
Frage: Um was geht es in diesem Krieg?
Deborah: Ich kann diese Frage nicht beantworten. Ich weiß es nicht.
Frage: Warum?
Deborah: Wissen Sie, um was es in diesem Krieg geht?
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 "The War Tapes" Dokumentation USA 2006
Regie: Deborah Scranton
Noch kein Kino-Starttermin
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