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Venedig fürchtete Terrorgefahr
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Doch Venedig verhinderte das Kunstwerk, mit der Begründung: Terrorgefahr. Übrig blieb eine spärliche Videoprojektion.
"Die Idee, mit dem schwarzen Kubus die Kaaba zu assoziieren, kam von einem Moslem", sagt Schneider. "Als Reaktion auf die negative Presselawine in Venedig hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime sich offen für dieses Projekt ausgesprochen. Er hat klar gesagt, dass es nicht verboten ist, die Kaaba darzustellen."
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Hamburger Bahnhof gibt Absage
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Auch vor das Museum für zeitgenössische Kunst Hamburger Bahnhof in Berlin darf Schneider den schwarzen Würfel nicht stellen. Nach anfänglich konstruktiven Gesprächen und Zusagen vom Leiter des Hamburger Bahnhofs, wurde der Plan von dessen Chef, dem Generaldirektor der Berliner Museen, Peter Klaus Schuster verworfen. Die offizielle Begründung: Der Hof vor dem Hamburger Bahnhof wäre eine Schwächung der Arbeit, Venedig der ideale Standort gewesen. Schuster selbst äußert sich zu seiner Ablehnung nicht.
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Verdacht auf Angst und politisches Kalkül
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Was bleibt, ist ein vermeidbarer Schaden, und der Verdacht, dass der Kubus - genau wie in Venedig - aus Angst und politischem Kalkül nicht gebaut wird.
"Das heißt, die Idee, etwas zu zeigen, was die Kaaba sein könnte, hat schon zu einem vorauseilenden Gehorsam geführt", stellt der Projektleiter "Cube", Michael Staab, fest. "Zu sagen: Es könnte ja jemand abfackeln oder es könnte jemand Schneider bedrohen, oder die Biennale oder den Hamburger Bahnhof. Das finde ich schon einen sehr weitgehenden vorauseilenden Selbstschutz, der da stattfindet."
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Diskussion wird unterdrückt
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Das alles zeigt, wie schwierig es heute ist, ein Kunstwerk zu zeigen, das sich auf Motive der islamischen Welt bezieht. Momentan wird die Diskussion über Schneiders Werk unterdrückt. Je mehr der Konflikt zwischen den Kulturen sich aufheizt, desto mehr Angst vor dieser Diskussion entsteht.
"Spätestens seit dem Angriff auf zwei Symbole der westlichen Welt, ist diese Symbolpolitik in ihre heiße Phase getreten", bemerkt der Philosoph Thomas Macho. "Vorher konnte man über Kopftücher und Kruzifixe heftig streiten, ohne damit Ängste zu schüren. Das hat sich massiv geändert. Seit den jüngsten Anschlägen, Aufregungen, Irritationen steht auch zu befürchten, dass die Panik im Bezug zu diesen symbolpolitischen Auseinandersetzungen eher zunimmt als abgeschwächt wird."
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Gregor Schneider gibt nicht auf
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Gregor Schneider hat nicht die Statur, vorschnell aufzugeben. Schon sein "totes Haus Ur" war ein gewichtiges Projekt. Ein verbautes Haus, das den Betrachter in klaustrophobe Räume zwingt. Dafür bekam er in Venedig 2001 den Goldenen Löwen. Schneider beschäftigt sich manisch mit Räumen und ihren Wirkungen auf den Menschen. Er will den Kubus verwirklichen, auch wenn der Weg dahin mühsam ist.
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"Bestimmte Sachen, die mich beschäftigen, muss ich machen, um sie loszuwerden", sagt er. "Auch erfolglose Projekte treiben einen weiter. Ich glaube an diese wunderbare Idee, dass diese freie Skulptur die Verbindung zwischen Kulturen dokumentiert."
Wenn die angespannte Situation die Diskussion weiterhin lähmt, wäre das für die Freiheit der Kunst ein Desaster. "In gewisser Weise wäre das dann das Ende der Kunst, weil dann das eintritt, was manche Avantgardisten auch wollten, nämlich, dass die Kunst nur noch für sich selber da ist", sagt Macho. "Das heißt, losgelöst von Politik, Religion, Naturwissenschaften. In dem Augenblick wäre 'l’art pour l’art' vollendet, aber die Kunst selber so tot, wie sie toter nicht sein kann."
Um das zu verhindern, sollte Gregor Schneiders Kubus nicht ein Opfer der Angst werden und zeigen können, ob er ein gutes Kunstwerk ist.
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