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"Mir macht die Schule sehr viel Spaß. Wir haben auch sehr nette Lehrer, und wir haben auch ganz guten Unterricht", meint eine der Schülerinnen, die zu den Versuchskaninchen des Experiments gehört. Die Laborschule hat verwirklicht, was manche Bildungspolitiker seit der Pisa-Schlappe gerne an allen Schulen einführen würden: Sie ist eine Ganztagsschule mit mehr gemeinsamer Zeit - nicht nur für das Lernen, sondern auch für das Waffelbacken in der Pause. Der Unterricht beginnt später, um 8.30 Uhr. Die Laborschule sortiert die Kinder nicht nach Leistungen - die Guten aufs Gymnasium, die Schlechten auf die Hauptschule. Denn das dreigliedrige Schulsystem gibt es hier nicht. Und das aus gutem Grund, wie der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, versichert: "Das ist deshalb gut und richtig, weil sich in solchen gemischten Gruppen die Schüler wechselseitig befruchten können. Sie fördern und helfen sich gegenseitig. Insbesondere schwache Schüler profitieren so mehr, als wenn wir sie mit anderen schwachen Schülern zusammen packen würden."
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Migrantenkinder erwünscht
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Wissenschaftlicher Leiter der Laborschule, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann
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Die Laborschule beginnt in der Vorschule und geht bis zur zehnten Klasse. Es gibt vier Stufen: Nullte, erste und zweite Klasse lernen zusammen, Dritt- mit Viertklässlern, fünfte, sechste und siebte Klasse sowie achte, neunte und zehnte Klasse bilden jeweils eine Jahrgangsstufe. Eigentlich sollen die Kinder der Zusammensetzung von Bielefelds Bevölkerung entsprechen. Doch dazu fehlt es noch mehr an Kindern aus bildungsfernen Milieus. "Wir kriegen es nicht hin, weil die Schule für linksliberale Eltern sehr attraktiv ist, für Leute, die hier an der Uni arbeiten", erläutert Tillmann. "Den Anteil an Arbeiter- und Migrantenkindern bekommen wir nicht hin. Das ist nicht unser Wunsch, aber das ist das Schicksal aller Reformschulen, dass sie bestimmte Leute anziehen, während sie anderen eher fremd bleiben."
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Keine Hausaufgaben, keine Zensuren
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Die zentralen Themen der Regelschulen existieren hier nicht: Es gibt keine Hausaufgaben, denn in der Ganztagsschule bleibt genug Zeit, um Wissen zu vertiefen. Eine Schulstunde dauert 60 Minuten statt 45, Pausen 30 bis 60 Minuten - Kuscheln mit den Tieren ist ein Pausen-Event. Es gibt kein Sitzenbleiben, keine Zensuren. Schulrektorin Prof. Dr. Susanne Thurn zählt die Vorteile ihrer Einrichtung auf: "Man lernt gerne, wenn man angstfrei lernt, und es ist besser, wenn man für sich selber lernt. Das ist mit einer ganz anderen Einstellung verbunden. Wenn man nur für den nächsten Test lernt und den Sinn dahinter nicht erkennen kann, dann ist es schwer, die Freude am Lernen zu erhalten."
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Flexibles Schulsystem
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Praktisches Lernen gehört auch dazu
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Die enge Verzahnung von Uni und Laborschule - beide auf dem gleichen Campus angesiedelt - bedeutet gegenseitige Befruchtung. So entstehen neue Schulkonzepte für eine sich ständig wandelnde Gesellschaft. Die Schule ist flexibel und reagiert auf Veränderungen. Die Laborschüler sind zwar Versuchskaninchen, doch nur die Ideen, die im Projekt ausgetestet sind, werden für alle eingeführt. Die Laborschule endet nach der zehnten Klasse. Wer Abitur machen will, muss an eine weiterführende Schule wechseln, die er zuvor in einem Praktikum kennenlernt. Schulsprecherin Jana Holz hat das schon hinter sich und schildert ihren Eindruck: "Auf mich wirkte es sehr schulisch. Die Schüler bekommen von den Lehrern Aufgaben, machen sie dann, bekommen neue Aufgaben, machen sie dann auch, aber es wird, so wie ich das wahrgenommen habe, nicht sehr viel darauf eingegangen, was sie da eigentlich tun."
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Mut zum Lernen
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Laborschulrektorin Susanne Thurn
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In Deutschland ist das Vertrauen in die Schüler geschwächt. Lernen aus Angst vor dem Abstieg scheint der größte Leistungsanreiz zu sein. Laborschüler kennen dieses Gefühl nicht. Sie haben genügend Selbstvertrauen, auch später nach Herausforderungen zu suchen. Eine Tatsache, auf die Thurn als Schulleiterin besonders stolz ist: "Auch unsere Abgängerstudien zeigen als ein ganz wesentliches Merkmal, dass unsere Schüler nach Beendigung ihrer Schulzeit bei uns auch sehr viel Mut haben, weiter zu lernen, die sagen, 'lernen macht mir Spaß, ich möchte weiterlernen'."
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