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Flucht in die Ruhe einer Parallelwelt
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Das Milliardenvolk spaltet sich durch den chinesischen Wirtschaftsboom in Gewinner und Verlierer. Wer versagt, bleibt auf der Strecke. Daher flüchten sich die Einzelkinder der Nation - zumeist Schüler und Studenten - in die virtuelle Parallelwelt, wenn der (Lern-)Stress zu groß wird. Nur im Internet finden sie Ruhe. Und die ratlosen Eltern suchen in ihrer Verzweiflung Hilfe bei Dr. Tao Ran. Dieser tritt den Süchtigen mit einer Therapie und einer täglichen Injektion eines speziellen Cocktails entgegen, dessen Zusammensetzung unter das Militärgeheimnis fällt. Immerhin, so sagen die Ärzte, liegen die Heilungschancen bei 80 Prozent.
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Das Erschreckende an den Internetjunkies sei vor allem der "Verlust von moralischen Werten", so Tao Ran. Die Jugendlichen seien extrem aggressiv und von großer Zerstörungswut. Die Schuld dafür sieht er in den Computerspielen: "Im Cyberspace ist alles erlaubt., Recht und Moral existieren dort nicht. Alles ist verfügbar: Frauen, Macht, Ruhm und Geld", erklärt der Miliärarzt. Die Helden der Internet-Spiele werden in China sogar verehrt wie Popstars. Einer dieser Internet-Idole unterrichtet die Ärzte des Militärkrankenhauses, damit diese die Sucht besser verstehen lernen. Er erklärt, dass bereits die Computerspiele-Hersteller ihre Produkte so konzipieren, dass man möglichst lange dabei bleiben muss. Denn je länger jemand online sei, desto mehr verdienten sie. Ein Teufelskreis - aus dem vor allem jüngere Spieler sehr schwer alleine wieder herauskommen, wie die Patientenzahlen bei Dr. Tao Ran belegen.
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 Rund 18 Millionen Amerikaner sind süchtig nach dem Internet. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa drei Prozent aller Online-Nutzer kaum vom Computer wegzubewegen. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, dabei vor allem männliche. |  |
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