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Wissenschaftliche Erkenntnisse verfälscht
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Doch erst unter Bush sahen sich zahlreiche der besten US-Wissenschaftler genötigt, öffentlich gegen die Wissenschaftspolitik ihrer Regierung zu protestieren: "Die Bush-Regierung hat wissenschaftliche Erkenntnisse in einer Art verfälscht und fehlinterpretiert, wie wir das zuvor in der amerikanischen Geschichte noch nicht erlebt haben", sagt Kurt Gottfried vom Verband besorgter Wissenschaftler. "Man muss eines klar unterscheiden: Alle Regierungen treffen politische Entscheidungen, die mit dem Forschungswissen unvereinbar sind. Doch es ist etwas ganz anderes, wenn die Regierung wissenschaftliche Erkenntnisse verfälscht, um eine Entscheidung zu rechtfertigen, die sich wissenschaftlich nicht halten lässt."
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Techniken der Manipulation
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Für alle diese Techniken gebe es Beispiele: Beim Thema Abtreibung war es die Irreführung. Eine Regierungs-Internetseite erweckte wahrheitswidrig den Eindruck, als würde Abtreibung das Brustkrebsrisiko erhöhen. Ein anderes Beispiel ist die angesehene Ernährungswissenschaftlerin Shiriki Kumanyika von der University of Pennsylvania. In einer Studie für die Weltgesundheitsbehörde hatte sie Unglaubliches empfohlen: Gemüse und Obst seien gesünder als zu viel Fett und Zucker. Die Folge war eine Rufmord-Kampagne der Zuckerindustrie: "Für die Leute, die einen attackieren, gelten andere Regeln als für Wissenschaftler", sagt Kumanyika. "Ich mache nur Aussagen zu Dingen, für die ich Belege habe, und bin darin sogar noch konservativ. Aber die Ankläger behaupten wilde Dinge, alles, was ihnen in den Kram passt, und manchmal klingt das für Laien dann ganz glaubwürdig. Und wir müssen dann diese Behauptungen widerlegen und sind auf einmal in der Defensive."
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Geld vom Big Business
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Der Vater des Gesetzes ist Jim Tozzi, Leiter des Zentrums für effektive Regulierung. Das klingt unabhängig, doch Tozzi macht keinen Hehl daraus, woher der Dollar rollt: "Jeder steckt in der Tasche von irgendjemandem und bekommt einen Scheck, außer man ist reich und hat Geld geerbt, doch dann steckt man in der Tasche seiner Vorfahren", meint Tozzi. "Wir bekommen unsere Schecks von der Industrie. Doch sie schreibt uns nicht vor, was wir sagen sollen. Wir haben viel Ermessensspielraum. Natürlich: Sollten wir länger Dinge tun, die der Industrie nicht gefallen, würde uns zweifellos das Geld gestrichen. Ja, wir bekommen unser Geld vom Big Business." Und bislang war der Mann mit dem Fernrohr für die Investoren jeden Cent wert.
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Unerwünschte Ergebnisse werden bekämpft
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An den Universitäten herrscht zwar immer noch die Freiheit der Forschung. Doch unerwünschte Ergebnisse werden ignoriert oder bekämpft. Und immer mehr Spitzenforscher scheiden als Berater für die Regierung aus.
"Es besteht wirklich die Gefahr, dass die hervorragenden staatlichen Wissenschaftsorganisationen wie die 'National Institutes for Health' oder die 'Centers of Desease Control' untergraben werden", sagt Gottfried. "Das sind Weltklasse-Institute, die über Jahrzehnte, über Generationen hinweg aufgebaut wurden. Es dauert sehr lange, eine wirklich erstklassige Wissenschaftsorganisation aufzubauen. Doch wenn man sie demoralisiert, kann sie sehr schnell zerstört werden."
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