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Parallelgesellschaft als Chance?
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Doch für andere bergen die Parallelgesellschaften sogar Chancen, etwa als Knautschzonen und Rückzugsräume, die unvermeidbare Spannungen innerhalb einer multikulturellen Gesellschaft abfangen und mildern helfen. Bei akutem Stress zieht man sich demnach vorübergehend in seine Parallelgesellschaft zurück, baut im gewohnten Umfeld Druck ab und kehrt entspannt in den Schmelztiegel der Kulturen zurück. Ein dritter, aber schwieriger Weg, ist die Anerkennung der Würde des kulturell Anderen. Der eigene Hegemonialanspruch müsste dabei überwunden werden. Ist dies ein realistischer Ausweg? Die Bereitschaft zur kulturellen Selbstrelativierung würde allen Beteiligten wohl schwerer fallen, als wir zugeben möchten.
In Chinatown New York besteht seit Jahrzehnten eine ethnisch-kulturelle Parallelgesellschaft in friedlicher Co-Existenz mit dem Rest der Bevölkerung. Doch dies ist ein Bild, das derzeit weder als Ideal noch als Schreckbild so recht funktionieren will.
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