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A - wie "Altaussee"
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Dem lieblichen Ausseerland gehörte Thomas Bernhards ganze Abneigung. Im Schatten des Loser ortete der Dichter allenthalben Lodenbourgeoisie und Nazigeist.
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C - wie "Café Bräunerhof"
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Das heimelige Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt erhob Thomas Bernhard zu seinem Wiener Wohnzimmer. Der Fotograf Sepp Dreissinger hat ihn dort verewigt.
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F- wie Fleischmann
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Krista Fleischmann, die Grande Dame der ORF-Kultur, war vielleicht die einzige Journalistin, die der menschenscheue Autor an sich heranließ. Im Interview mit Fleischmann ließ der spröde Literat bisweilen sogar so etwas wie Charme aufblitzen.
Krista Fleischmann: "Wo machen Sie Ihre Beobachtungen?"
Thomas Bernhard: "Immer dort, wo ich gerade gehe. Zum Beispiel mache ich jetzt die Beobachtung, dass Sie mir gegenüber sitzen. Mir fällt dabei auf, dass Sie lächeln, was mir nicht unangenehm ist - bis zu einem gewissen Grad. Ich weiß natürlich nicht, wie lange das andauert."
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G - wie Grinzinger Friedhof
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"Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt" - eines der bekanntesten Bernhard-Zitate. Ironie des Schicksals: Heute ruht der Dichter genau zwischen jenen Herrschaften aus den etwas besseren Kreisen, die er zeitlebens so scharfzüngig und unerbittlich verspottet hat.
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N - wie Nestbeschmutzer
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Als "Nestbeschmutzer" ist Thomas Bernhard immer wieder beschimpft und verunglimpft worden. Heute schon Theatergeschichte ist die tumultuöse Premiere von "Heldenplatz" im November 1988. "Heldenplatz" ist eines der erfolgreichsten Bernhard-Stücke überhaupt. 122 mal wurde das Österreich-Beschimpfungs-Drama bisher am Burgtheater aufgeführt. Rekordverdächtig!
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P - wie Peymann
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"Das Theater ist eine einzige Ausweglosigkeit", so Claus Peymann. Der Name Peymann ist mit Bernhards Karriere als Dramatiker untrennbar verbunden. 13 Bernhard-Uraufführungen hat der Regisseur herausgebracht. Schon 1970, als er in Hamburg "Ein Fest für Boris" inszenierte, hielt Jung-Revoluzzer Peymann große Stücke auf den Dichter.
"Dieser Text hat sich eigentlich in der Arbeit immer wieder als nachgiebig erwiesen", sagte Peymann. "Wenn man dachte, so hat man es jetzt und so ist es, dann konnte man immer wieder etwas Neues entdecken."
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R - wie Rechtsintellektueller
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Thomas Bernhard und die Politik - ein weites Feld. Der Philosoph Alfred Pfabigan hat den Dichter in seiner Bernhard-Biographie als literarischen Proponenten einer "heimatlosen Rechten" geoutet.
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T - wie Theatermacher
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Zum Theater hatte Thomas Bernhard ein ambivalentes Verhältnis: Er schrieb zwar für die Bühne - dass er Theaterluft gern geschnuppert hätte, kann man allerdings nicht behaupten. "Der Hauptgrund dafür, dass ich nicht ins Theater gehe ist, dass die meisten Damen, die um einen herumsitzen, besprayte Haare haben", sagte Bernhard. "Und wenn sich das mit dem Schweiß vermischt, ist das in einem Umkreis von vier bis fünf Quadratmetern nicht auszuhalten."
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Z - wie "Am Ziel"
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15 Jahre nach seinem Tod - ist Thomas Bernhard als Schriftsteller jetzt "am Ziel"? Der Germanist Wendelin Schmidt-Dengler hat soeben mit der Herausgabe einer 22-bändigen Werkausgabe begonnen - eine Erhebung in den Literaturolymp sozusagen. Ob dem Dichter das gefallen hätte?
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