| Wa(h)re Nachrichten | |||
| Manipulierte Wirklichkeit und die Suche nach der richtigen Information | |||
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Jubelnde Palästinenser in Beirut am 11. September 2001 | ||
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Seit dem 7. Oktober 2001 lauten die Schlagzeilen der Fernsehsender nicht mehr "War Against USA", sondern "USA Strikes Back" oder "Strike Against Terror". Damit sind auch wir im Krieg und zappen auf der Suche nach Information durch alle Kanäle, sehen Reporter vor Ort, Experten, die uns zu den einzelnen Bildern Hintergründe liefern - und das alles rund um die Uhr. Wir zweifeln nicht an den Bildern, nehmen alle Gerüchte auf, prüfen nicht mehr den Wahrheitsgehalt der Bilder und Informationen - das ist schließlich Job der Journalisten, oder zumindest sollte er das sein. Doch die Realität sieht nicht selten anders aus, denn auch die Medien greifen so manche Gerüchte allzu schnell auf und geben sie der Weltöffentlichkeit preis, als sei die Tatsache, dass es ein Gerücht oder eine Vermutung gibt, schon Teil einer darüber stehenden Wahrheit.
Das beste Beispiel für eine solche zweifelhafte Wahrheit sind die Bilder der jubelnden Palästinenser kurz nach den Terror-Anschlägen von Amerika. Immer wieder wird eine Sequenz im Fernsehen gesendet, die weltweit empörte Reaktionen hervorruft. Dann kommt das Gerücht auf, diese Bilder seien nicht aktuell, sondern stammten vielmehr von 1991, als sich Palästinenser über den irakischen Einmarsch in Kuwait freuten. Es herrscht Verwirrung, CNN und Reuters dementieren: die Bilder seien authentisch und neu. Was ist Wahrheit, was ist Täuschung? Bis heute wissen wir es nicht mit letzter Sicherheit und es bleibt ein mulmiges Gefühl. Desinformation ist in Zeiten des Krieges ein wichtiges Manipulationsinstrument. Da wird mit Verschwörungstheorien die Stimmung angeheizt. Weitere Attentate wurden für den 22. September vorhergesagt, weil, so die Zahlenmystik, die Quersumme des 11.09. wieder 11 ist - es gibt Theorien, die annehmen, eine 11er Reihe von Attentaten würde ihren Lauf nehmen. Da werden Zeichen von Flugzeugen mit Türmen um die Welt geschickt - als Belege dafür, dass sich die Islamisten freuen. Beweise, dass dem tatsächlich so ist, gibt es keine. |
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| Manipulierte Wahrheiten, verdeckte Aktionen | |||
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Seit gestern Abend ist die Welt erneut in höchster Alarmbereitschaft. In einem aufgezeichneten Video ruft Osama bin Laden zum Heiligen Krieg auf. Wo und wann genau er dies tat, ist nicht bekannt. Jetzt rechnet man mit weiteren Attentaten und spekuliert über die Gefahr biologischer Waffen in den Händen der Terroristen. Die Gefahren, die von Seiten der Terroristen drohen, sind nicht zu unterschätzen. Aber dennoch: Für eine seriöse Berichterstattung ist es nicht dasselbe, ob Terroristen ABC-Waffen besitzen möchten oder ob sie tatsächlich schon über solche verfügen. Das, was wir bisher über das Netzwerk der Terroristen wissen, stammt überwiegend von amerikanischen oder anderen westlichen Geheimdiensten. "Es wird dramatische Militäranschläge geben, die man im Fernsehen sehen wird, und verdeckte Aktionen, die selbst im Erfolgsfall geheim bleiben werden", in seiner Rede an die Nation kündigte Präsident George W. Bush bereits die Manipulation der für die breite Öffentlichkeit bestimmten Informationen an. Sehr viel deutlicher äußerte sich ein anonymer Vertreter des Militärs, den die Washington Post zitierte: "Wir werden über bestimmte Dinge lügen. Wenn dies ein Informationskrieg ist, dann werden die bösen Jungs mit Sicherheit lügen." In Zeiten des Krieges ist die sorgfältige Prüfung all dieser Informationen auf deren Wahrheitsgehalt besonders schwierig - aber auch wichtiger denn je. Kulturzeit sprach mit dem Journalisten Hans Leyendecker über die Hysterie der Medien und die Journalisten auf der Suche nach der Wahrheit hinter dem Terror. |
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08.10.2001
Kulturzeit |
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