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Bayreuth muss sich öffnen, fordert Regie-Altmeister Hans Neuenfels.
Öffnen, öffnen, öffnen!
Die Bayreuther Festspiele - modern in die Zukunft
Die Salzburger Festspiele feiern 90. Geburtstag. Doch die Blicke der Wagnerianer in aller Welt richten sich am 25. Juli auf Bayreuth - im Jahr eins nach Wolfgang Wagners Tod. Was passiert auf dem Grünen Hügel?
In Bayreuth dreht sich ein paar Wochen lang alles nur um eines: das Werk Richard Wagners. Alle arbeiten hier am Mythos unter verschärften Bedingungen - hochkonzentriert und streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Die Vorbereitungen in der Werkstatt Bayreuth unterliegen strengster Geheinhaltung. Regie-Altmeister Hans Neuenfels inszeniert die Eröffnungspremiere "Lohengrin", gibt mit 69 Jahren endlich sein Bayreuth- Debüt. Für ihn ist es "ein wunderbares Ereignis, hier zu sein. Vielleicht gehört es zu einer Vita dazu? Es sei sehr schön, so Neuenfels, "dass man plötzlich noch mal so alte Kerle wie mich benötigt und aus dem Schrank zieht."

In die Zukunft mit unverbrauchten Leuten
Altbacken, konservativ, seltsam dogmatisch - immer wieder müssen die Festspiele sich den Vorwurf gefallen lassen, weder Weltklasse-Sänger anzulocken, noch mit den Inszenierungen Maßstäbe zu setzen. Mit Regisseur Hans Neuenfels in Wagners Allerheiligstem soll sich das jetzt ändern. Wie geht er um mit dem Mythos? "Das Weihehafte oder das Erhabene, Erhobene, das manchmal fast in die Gefahr des Sektiererhaften Laufende müsste sich langsam auflösen", sagt er. Und das geht am besten mit unverbrauchten Leuten. Auch der lettische Dirigent Andris Nelsons ist neu in Bayreuth: Mit seinen 31 Jahren gilt er schon jetzt als genialer Deuter von Wagners Musik. "Die Atmosphäre in Bayreuth ist ziemlich emotional und aufgeladen", sagt er. "Hier wird mit extremer Leidenschaft und viel Enthusiasmus musiziert. Wir sind hier wie eine Familie, eine große musikalische Familie eben. Und das macht diese besondere Atmosphäre aus, die sehr selten zu finden ist."

Noch sind die Festspiele nur einem auserlesenen Kreis vorbehalten. Doch Neuenfels und sein Team bringen eine moderne Offenheit mit - und die strahlt aus. Aber reicht das, um Bayreuth zukunftsfähig zu machen? "Bayreuth muss ganz offen werden", fordert Neuenfels. "Das ist kein lächerliches Volksfest. Ich meine damit die Informationen, das Wissen um den Gegenstand: Wagner. Und auch die Anstrengungen, was Kunst bedeutet, das muss bleiben. Aber es muss sich natürlich öffnen, öffnen, öffnen."

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