Altbacken, konservativ, seltsam dogmatisch - immer wieder müssen die Festspiele sich den Vorwurf gefallen lassen, weder Weltklasse-Sänger anzulocken, noch mit den Inszenierungen Maßstäbe zu setzen. Mit Regisseur Hans Neuenfels in Wagners Allerheiligstem soll sich das jetzt ändern. Wie geht er um mit dem Mythos? "Das Weihehafte oder das Erhabene, Erhobene, das manchmal fast in die Gefahr des Sektiererhaften Laufende müsste sich langsam auflösen", sagt er. Und das geht am besten mit unverbrauchten Leuten. Auch der lettische Dirigent Andris Nelsons ist neu in Bayreuth: Mit seinen 31 Jahren gilt er schon jetzt als genialer Deuter von Wagners Musik. "Die Atmosphäre in Bayreuth ist ziemlich emotional und aufgeladen", sagt er. "Hier wird mit extremer Leidenschaft und viel Enthusiasmus musiziert. Wir sind hier wie eine Familie, eine große musikalische Familie eben. Und das macht diese besondere Atmosphäre aus, die sehr selten zu finden ist."