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Die Website "www.storchheinar.de" mit den Persiflage-Produkten
Sieg für "Storch Heinar"
Gericht entscheidet für "Thor Steinar"-Persiflage
"Storch Heinar" darf bleiben. Das Landgericht Nürnberg hat am 21. Juli 2010 entschieden, dass die bei Rechtsradikalen beliebte Modemarke "Thor Steinar" weiter mit Spott durch die Persiflage-Marke "Storch Heinar" leben muss.
Der Richter empfahl der in Zeesen bei Berlin sitzenden "Thor-Steinar"-Vertriebsfirma MediaTex, ihre Klage wegen angeblicher Verletzung der Markenrechte zurückzuziehen. Vertreter von Media Tex lehnten dies zunächst ab. Das Urteil wird für den 11. August 2010 erwartet. Sollte es für Media Tex ungünstig ausfallen, will sich das Unternehmen nach Kulturzeit-Recherchen vorbehalten, in Berufung zu gehen.

Zerzaust wirkender Vogel mit Hitlerbärtchen
Die Satire-Klamotten sind eine Erfindung der Kampagne "Endstation Rechts" der Jusos in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Wappentier ist ein ein zerzaust wirkender Vogel mit Hitlerbärtchen und Wehrmachtshelm mit Namen "Storch Heinar". Sein Konterfei prangt auf T-Shirts, Tassen und Taschen, die im Internet verkauft werden. Laut Gericht können die beiden Mode-Labels deutlich unterschieden werden. "'Thor' und 'Storch' sind nicht verwechselbar." Auch von Verunglimpfung, um Kunden abzuwerben, könne keine Rede sein. Wie die Verballhornung von "Lufthansa" in "Lusthansa" handele es sich bei "Storch Heinar" um eine Persiflage. Diese falle unter die Kunstfreiheit.

Nur wegen der Verwendung eines unzulässigen Logos bei der satirisch gemeinten "Kampftasche Wüstenfuchs" muss "Storch Heinar" voraussichtlich Schadenersatz leisten. Bei vier verkauften Taschen zum Einzelpreis von 29,90 Euro dürfte dieser allerdings nicht mehr als ein Taschengeld sein. Zur Finanzierung der Prozesskosten hat "Storch Heinar" eine Spendenkampagne gestartet und "Retter"-T-Shirts mit dem Aufdruck "Weltkriegsverliererbesieger" auf den Markt gebracht.

Sondersendung
"Kulturzeit kompakt"
vom 12.07. bis zum 13.08.2010
montags bis freitags, um 19.20 Uhr

Wiederholungen:
um 22.15 Uhr im ZDFtheaterkanal
um 09.35 Uhr auf 3sat
Info
Beklagter ist der Schweriner SPD-Landtagsabgeordnete Mathias Brodkorb, Inhaber der Internet-Domain "storchheinar.de", über die die Persiflage-Produkte vertrieben werden.