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Der Christopher Street Day ist Judith Butler zu kommerziell und zu oberflächlich.
Eklat beim Christopher Street Day
Philosophin Judith Butler lehnt CSD-Preis ab
Judith Butler, Philosophin und legendäre Geschlechter-Theoretikerin aus den USA, hat am 19. Juni 2010 einen Zivilcourage-Preis auf der CSD-Bühne am Brandenburger Tor abgelehnt. Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell und oberflächlich. Sie könne die Auszeichnung deshalb nicht akzeptieren.
Nach einer Laudatio der Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, kam die 54-jährige linke Theoretikerin, die an der Universität im kalifornischen Berkeley lehrt, auf die Bühne. Dort legte sie innerhalb weniger Minuten dar - auf Deutsch, von einem Blatt ablesend - warum sie den Preis der Veranstalter nicht annehmen könne. Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung von beispielsweise Migranten, die homosexuell oder transsexuell empfinden.

Ausdrückliches Lob richtete Butler an Gruppen, die eine Art alternativen Christopher Street Day jedes Jahr in Kreuzberg organisieren. In dieser Berliner Subkultur setze man sich noch mit den großen Fragen von Krieg und Frieden und sexueller Identität in einer modernen Gesellschaft auseinander. Der alternative, sogenannte Transgeniale CSD, findet 2010 nicht parallel zum großen CSD statt, sondern am 26. Juni.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr