Auf die Ohnmacht folgt die Organisation. Wie Widerstand militant wird, auch dazu liefert Dellwos Bibliothek ein Beispiel. "The Weather Underground" hielten in den USA in den späten 1960er Jahren das FBI mit Anschlägen auf Polizeistellen und öffentliche Einrichtungen in Atem. Sie verstanden sich als Rache aus dem Untergrund, als Protest gegen den Rassismus des weißen Amerika, gegen den Vietnam-Krieg und die Selbstherrlichkeit der US-Politik. Zur Vorstellung des Films in Berlin schaut Bill Ayers, einer der Weathermen, höchst selbst vorbei - ein Schulterschluss der Ex-Terroristen. Haben sie noch etwas vor, die Radikalen von damals? Oder wollen sie nur gemeinsam zurück schauen? "Fakt ist, dass die Ungerechtigkeiten, das Kriegsähnliche der Gesellschaften in denen wir leben, nichts ist, was leicht weg gehen wird", sagt Ayers. "Der Widerstand ist nicht vorbei. Wir haben die Revolution nicht geschafft, aber dass heißt noch lange nicht, dass sie nicht kommen wird."