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In seinen Aufzeichnungen beschreibt der im Gefecht mit pakistanischen Soldaten getötet Eric Breininger den Alltag im Dschihad-Trainingslager.
Alltag des Dschihad
Die Aufzeichnungen des Eric Breininger
Eric Breininger, 22 Jahre alt, ist ein deutscher Dschihadist. In einem Video der Islamischen Dschihad Union droht der gebürtige Saarländer mit Anschlägen gegen die Ungläubigen, die Afghanistan besetzt halten. Kurze Zeit später ist Eric Breininger tot - erschossen in Afghanistan. Eine islamistische Webseite veröffentlicht Fotos des Getöteten. Erklärt ihn zu einem "Löwen" und "Helden", der ins Paradies einziehen wird.
Breininger hinterlässt ein Dokument, das es in sich hat: seine Autobiografie "Mein Weg nach Jannah", "Mein Weg ins Paradies". Experten halten das Dokument für authentisch. Breininger besucht die Handelsschule und spielt Fußball bei Borussia Neunkirchen. Ein Arbeitskollege bringt ihn 2007 zum Islam. Innerhalb weniger Monate wird aus dem sinnsuchenden Jugendlichen ein fanatischer Gotteskrieger. "Ich war erst vier Monate im Islam, dennoch kannte ich meine Pflicht: Ich wollte in den Dschihad", so Breininger in seinem Buch. "Wir verfolgten die Geschehnisse in den Regionen des Dschihad und sahen uns Filme an, wie Mudschahiddin gegen die Kreuzzügler kämpften. Der Hass gegenüber den Kuffar wuchs in mir."

Tranining mit schweren Waffen
Derselbe Arbeitskollege, der Breininger missionierte, bringt ihn in Kontakt mit Daniel Schneider, einem der verhinderten Attentäter der Sauerland-Gruppe. Schneider ahnt, dass er und Breininger unter Beobachtung der deutschen Sicherheitsbehörden stehen. Er schickt ihn außer Landes nach Ägypten. Dort soll Breininger in einer Koranschule arabisch lernen - und Kontakte zu Dschihadisten knüpfen. In Kairo trifft er den Deutsch-Libanesen Hussain al-Mallah, der ihn über den Iran ins Kampfgebiet an den Hindukusch einschleust. Dort gelangt Breininger in ein Ausbildungslager der Islamischen Dschihad-Union. Zusammen mit anderen deutschen Islamisten trainiert er mit schweren Waffen: Maschinengewehren, Granatwerfern, Kalaschnikows.

Detailliert beschreibt Breininger in seiner Autobiografie den täglichen Trainingsplan: "Morgengebet, danach Sport und Dehnen. Für das Frühstück eine Minute Zeit zum Essen, nach dem Essen Waffenkunde und bis zum Mittagsgebet Zeit zum Auswendiglernen. Danach Taktik und Anti-Terror-Kampf. Nachmittagsgebet, wieder eine Minute Zeit zum Essen, danach Waffenkunde und Abfragung." Breiningers Aufzeichnungen sind aber auch ein Dokument seiner Zweifel: "Ich war nach einer Weile sehr betrübt, da ich mich mit niemandem austauschen konnte. Mir blieb nichts anderes übrig, als geduldig zu bleiben und die Zähne zusammenzubeißen, um die Ausbildung durchzuhalten."

Details der "Deutschen Taliban Mudschahidin"
Nach der Ausbildung gründet Breininger mit anderen deutschen Dschihadisten die Deutschen Taliban Mudschahiddin. Sie kämpfen unter dem Kommando der Taliban, greifen mehrere US-Basen in Afghanistan an. In den Erinnerungen finden sich Details zum Innenleben der Deutschen Taliban Mudschahidin, die bislang unbekannt waren. Zusammen mit Breininger starben wahrscheinlich weitere deutsche Kämpfer, die für die Organisation von größter Wichtigkeit waren.

Am 28. April 2010 werden Breininger und drei weitere Kämpfer in einem Gefecht mit pakistanischen Soldaten getötet. Was von Eric Breininger bleibt, ist ein Dokument, das einen Einblick in eine Welt erlaubt, die zu verstehen fast unmöglich ist.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr