Im Streit um das Massaker der Türken an den Armeniern 1915 , hat die Türkei zwar eingeräumt, dass 1915 im Osmanischen Reich viele Armenier umgebracht wurden. Die USA und Schweden haben den Tod der Armenier nun als Völkermord eingestuft. Die Türkei bestreitet dies bis heute.
Die Türkei streitet bis heute ab, dass es sich um Völkermord handelt. Viele Historiker sehen das anders - auch das US-Repräsentantenhaus. Es bewertet die Verfolgung der Armenier als Genozid. "Solange die Türkei ihre Verantwortung für den Völkermord nicht übernimmt, wird es keine guten Beziehungen zwischen uns und der Türkei geben", sagt der Abgeordnete Brad Sherman. Die Türkei fühlt sich zu Unrecht angegriffen, hätten doch damals die christlichen Armenier an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden. Auch seitens der Armenier gab es damals einen ausgeprägten Nationalismus: Man wollte die Loslösung großer türkischer Gebiete.
Die Armenierfrage belastet die Beziehungen der Türkei zur europäischen Union. Seit 1959 bemüht sich das Land um eine Mitgliedschaft. Nachdem aber auch das schwedische Parlament im März 2010 die Tötung der Armenier als Völkermord eingestuft hat, ruft der türkische Regierungschef Erdogan seinen Botschafter zurück und sagt einen geplanten Schweden-Besuch ab. Ausgerechnet in dem Land, das eines der Befürworter der Türkei in der EU ist. Fakt ist: Die Türkei muss sich ihrer Verantwortung stellen, anstatt sich immer wieder im Abwehrkampf um längst anerkannte Tatsachen zu verausgaben.