Bah setzt sich für eine Obduktion der Leiche ein und sucht nach Beweisen, dass an der Selbstmord-Version der Beamten etwas faul ist.
Tatsächlich findet man Hinweise auf Körperverletzung. Doch die Polizeibeamten halten zusammen. Beim Prozessauftakt verschwindet Beweismaterial, die Polizisten machen widersprüchliche Aussagen. Die Angeklagten werden freigesprochen. "Am Anfang hat eine Polizistin noch ausgesagt gegen einen der Beschuldigten. Später hat sie das zurückgenommen", so Wolfgang Grenz von amnesty international. "Wir erleben das sehr oft, dass wenn sie gegen ihre Kollegen aussagen sollen, sie dann mauern." Mouctar Bah geht diese Mauer an. Er will Gerechtigkeit für seinen Freund. Er strengt ein Revisionsverfahren beim Bundesgerichtshof Karlsruhe an. Mit seiner Initiative zum Gedenken am Oury Jalloh, die er 2005 gründet, folgen fünf Jahre des Protestes. Aber was kann eine Gesellschaft tun, wenn die Wächter keiner funktionierenden Kontrolle unterstehen und eine Strafverfolgung fast unmöglich wird?