"Wenn man eine Stadt wie Breslau mit einem Theater vergleicht, kann man sagen, dass die Menschen, die diesen Ort einst gestaltet haben, nach der Vertreibung weg waren", berichtet Ruchniewicz. "Zurück geblieben ist die Bühne, wie eine bloße Dekoration und die Häuser. Langsam kamen neue Menschen und ein neues Theater. Diese neue Bevölkerung waren größtenteils ebenfalls Vertriebene aus Lemberg. Vielleicht hatten diese Menschen ein größeres Mitgefühl für die vertriebenen Deutschen." Detailliert zeigen die Historiker, wie sich die Flüchtlingsströme quer durch Europa bewegten, Millionen Menschen aus der Heimat verjagt und deportiert wurden: 2,8 Millionen Juden, die danach ermordet wurden, 12 Millionen Deutsche, 6,5 Millionen Polen, 1,4 Millionen Ukrainer. Auch die dunklen Seiten der polnischen Geschichte werden aufgedeckt: die Vertreibung der Deutschen genauso wie Nachkriegspogrome an Holocaust-Überlebenden.