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Haitis eingestürzter Regierungs-Palast in Port-au-Prince
Haitis schweres Erbe
Die Geschichte eines gebeutelten Landes
Eigentlich sollte Haiti ab dem 13. Januar 2010 vier Tage lang ganz im Zeichen der Literatur stehen. Rund 50 Gäste hatte die Insel zu ihrem internationalen Literaturfestival erwartet. Viele von ihnen waren schon angereist und haben das furchtbare Erdbeben miterlebt. Die Katastrophe trifft ein bitterarmes Land, das in seiner Geschichte schon mehrfach gebeutelt wurde.
"Willkommen in Haiti", ist ein Gruß an jemanden, der nicht erschienen ist. Besucher sind immer noch selten und das hat seinen Grund. Haiti, das klingt nach Schönheit, doch es ist eines der ärmsten Länder der Welt. Zuerst war da die Sklaverei, dann löste eine Diktatur die andere ab. Der Karibik-Traum ist ein Albtraum unter Palmen. Und in seinen Ruhephasen wird Haiti von der Natur heimgesucht.

80 Prozent leben am Rande des Existenzminimums
Am 13. Januar 2010 bebt die Erde. Hunderttausende werden obdachlos, Zigtausende sind tot. Haiti hat neun Millionen Einwohner, von denen leben 80 Prozent am Rande des Existenzminimums. Die Katastrophe ist unvorstellbar. Wie soll man ihr begegnen? Das Erdbeben macht vor nichts halt - Männer, Frauen, Kinder. Es zerstört die Menschen Haitis ebenso wie die Symbole seiner Geschichte. Der Präsidentenpalast aus dem 19. Jahrhundert ist zusammengestürzt.

Im Palast herrschten vor allem Diktatoren. Der ehemalige Landarzt Francois Duvalier, genannt Papa Doc, etablierte einen Schlägertrupp, die Tonton Macoutes. Ihm folgte sein Sohn Jean-Claude, Baby Doc. Der wurde hinausgeworfen, doch dann kam wieder das Militär. Das einzige, was auf Haiti sicher ist, ist die Unsicherheit. Die Geschichte der Insel gründet auf Gewalt. Einstmals kämpften sich die Sklaven aus Afrika frei und vertrieben sogar die Truppen Napoleons. Doch wirklich frei wurde Haiti nie. Haiti, das chronisch instabile Land, stand bereits vor dem Erdbeben am Abgrund. Die Welt ist nun aufgerufen zu helfen. Könnte mit der Naturkatastrophe zumindest die Geschichte Haitis neu beginnen? Wir sprechen mit dem Haiti-Experten und Schriftsteller Hans Christoph Buch.

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Kulturzeit: montags bis freitags,
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Das Kulturzeit-Gespräch mit dem Schriftsteller Hans Christoph Buch (14.01.2010)
14.01.2010 / Lotar Schüler (Kulturzeit) / tm