Vor allem eine Tochter, Eva Hoffe, steht im Zentrum der Anfeindungen. Fakt ist: Jahrzehntelang hielt ihre Mutter, Ilse Ester Hoffe, den Nachlass von Max Brod in ihrer Wohnung unter Verschluss. Obwohl Brod sie im Testament gebeten hatte, die Schriften zugänglich zu machen. Vorwürfen begegnete die einstige Sekretärin trotzig. "Wenn jemand ernsthaftes Interesse zeigt und darum wirbt, hat jeder Zugang zum Archiv", so Ilse Ester Hoffe 1984. Und doch hat kaum ein Forscher den Nachlass oder die Wohnung bislang zu Gesicht bekommen. Kafka-Manuskripte brachte Ilse Ester Hoffe in Nacht- und Nebelaktionen außer Landes und versteigerte sie zu Höchstpreisen in alle Welt - wie beispielsweise 1988 das Manuskript "Der Process" für zwei Millionen Dollar nach Deutschland.