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Für neuen Journalismus: Sascha Lobo unterzeichnete das Internet-Manifest
Das Netz ist anders
Das "Internet-Manifest" fordert neuen Journalismus
Sie sind die Stars der Bloggosphäre: Sascha Lobo, Stefan Niggemeier oder Johnny Haeusler. Ihre Weblogs heißen "Spreeblick" oder "Bildblog". Schon lange sind es mehr als banale Tagebucheinträge aus dem Alltag. Jetzt proben die Blogger den Aufstand. Ihre Forderung: Das Internet und seine User müssen endlich respektiert werden als fester Bestandteil des Journalismus.
In einem Internet-Manifest formulieren sie 17 Behauptungen. Das "Internet verbessert den Journalismus", heißt es da, denn es "hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf". Seine "Freiheit ist unantastbar" und "es gibt kein Zuviel an Information".

Ist das naive Eigenpropaganda? Das Manifest erschüttert die Medienwelt. Empfindlichkeiten gibt es auf beiden Seiten: Die Blogger fühlen sich nicht ernst genommen, die alten Medien sehen den Qualitätsjournalismus in Gefahr.

Blogger, die neuen Alpha-Journalisten?
In den USA ist diese Trennung längst aufgehoben. Preisgekrönte Blogs wie die "Huffington Post" oder Andrew Sullivans "Daily Dish" sind längst bestimmende Elemente der Medienlandschaft. Der Kommunikationswissenschaftler Stephan Weichert sagt, Blogger sind die neuen Alpha-Journalisten. Jung, schnell, meinungsstark. In Deutschland herrscht Skepsis. Die Blogger fordern, die neuen Realitäten endlich anzuerkennen: "Mehr ist mehr", sagen sie. Auch der Urheberschutz müsse sich anpassen. Denn: "Eigentum verpflichtet", auch zum Teilen von Inhalten und Information.

Ist das der Aufstand der Bloggosphäre? Ein Kulturkampf der digitalen gegen die analoge Welt? Oder nur Netzrauschen selbst ernannter Bürgerjournalisten? Das fragen wir in der "Kulturzeit" Stephan Weichert.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Mediathek
Das Gespräch mit Stephan Weichert, Medienforscher und Autor (09.09.2009)
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Das Internet-Manifest
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