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Wird der wahre Mörder von Siegfried Buback doch noch überführt?
Becker und der Buback-Mord
DNA-Spur belastet die ehemalige RAF-Terroristin
Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback deuten neue DNA-Spuren auf die frühere RAF-Terroristin Verena Becker als mögliche Mittäterin hin. An den damaligen Bekennerschreiben der RAF wurde Genmaterial entdeckt, das nach einem neuen Gutachten eindeutig von ihr stammt, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Im April 1977 wird Generalbundesanwalt Siegfried Buback erschossen. Bis heute ist nicht klar, wer die tödlichen Schüsse von einem Motorrad aus auf den obersten Terroristenjäger der Republik abgefeuert hat. Bislang galten die RAF-Terroristen Günther Sonneberg, Christian Klar und Knut Folkerts als Täter. Brigitte Mohnhaupt wurde als Rädelsführerin verurteilt. Doch wer hat wirklich geschossen und was wusste der Staat darüber?

Seit 2007 sucht Buback die Wahrheit
Mehr als 30 Jahre nach der Tat wurden nun die DNA-Spuren der Ex-Terroristin Verena Becker an Bekennerschreiben der RAF gefunden. Für den Mord an Buback war Becker nie angeklagt worden, obwohl sie bei ihrer Verhaftung die Tatwaffe bei sich trug. Kommt nun Licht in das Dunkel des Buback-Mordes? Michael Buback, der Sohn des Generalbundesanwalts, glaubt schon lange nicht mehr an die offizielle Version. Seit 2007 ist er auf der Suche nach der Wahrheit. Er hat zahlreiche Hinweise bekommen und Widersprüche in den Urteilen entdeckt. Darüber hat er ein Buch geschrieben. Im September 2009 kommt es in zweiter Auflage mit neuen Fakten auf den Markt: "Der zweite Tod meines Vaters", so lautet der Titel. Michael Buback zweifelt - aus gutem Grund?

Eine Zeugenaussage spielt später keine Rolle mehr. Ein weiterer Zeuge will am Vortag des Attentats ebenfalls die blaue Suzuki mit einer zierlichen Person darauf gesehen haben. Die drei tatverdächtigen Männer allerdings sind alle über 1,80 Meter groß. Für Michael Buback steht fest: Becker ist nicht nur an dem Mord beteiligt gewesen, sie ist auch die "zierliche Person", die seinen Vater erschossen hat. Er vermutet, dass die Ex-Terroristin bei den Ermittlungen gezielt herausgehalten wurde. Seit 2007 weiß Buback, dass sie mit dem Geheimdienst zusammengearbeitet und den Tathergang preisgegeben hatte. Gegenüber dem Verfassungsschutz hatte sie zudem gesagt, dass Günther Wisnieswki der Täter sei, auch gegen ihn wird seitdem ermittelt.

Buback zweifelt weiter an den Ermittlungsmethoden
Es bleiben späte Erkenntnisse, zahlreiche Ungereimtheiten des Tathergangs und offene Fragen: Michael Buback geht an die Öffentlichkeit und macht Druck. Daraufhin werden 2007 die Ermittlungen von der Bundesanwaltschaft erneut aufgenommen. Doch wieder gibt es keine Beweise. Buback zweifelt weiter an den Ermittlungsmethoden. Er glaubt, dass jemand seine schützende Hand über Verena Becker hält und gezielt die Ermittlungen verschleppt. Buback findet heraus, dass Becker kurze Zeit nach dem Mord gemeinsam mit Günther Sonnenberg eine Bank in Köln überfallen hat. Becker wird erst zwei Jahre später bei einer Gegenüberstellung identifiziert. Ein Schreiben des Justizministeriums Baden-Württemberg an das LKA, dass "Kulturzeit" vorliegt, belegt dies. Für Buback ist das eine Maßnahme, um sie zu decken.

Michael Buback gerät immer weiter in den Sog seiner privaten Recherchen. Im September 2008 bekommt er einen Hinweis darauf, dass Verena Becker im Jahr 1977 Franz-Josef Strauß an seinem Wohnort ausgespäht hatte. Sollte auch er umgebracht werden? Wurden auch diese Informationen aus einem Tagebuch von ihr bewusst unterschlagen, um Becker nicht zusätzlich zu belasten? Es ist sein Kampf um die Wahrheit. Michael Buback hatte den Glauben an die Rechtsstaatlichkeit schon fast verloren - mit den neuen Erkenntnissen hat er wieder neue Hoffnung geschöpft.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Mediathek
VideoDas Gespräch mit Michael Buback (21.08.2009)
Schwerpunkt
Wer erschoss Siegfried Buback? - Ein "Kulturzeit extra" befasst sich mit der schwierigen Suche nach der Wahrheit
Mediathek
Interview mit Michael Buback, geführt von Armin Conrad, Redaktionsleiter "Kulturzeit" (04.11.2008)
Buchtipp
Michael Buback
"Der zweite Tod meines Vaters"
Droemer Knaur 2008
ISBN-13: 978-3426274897
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