© AntonioSecci
Antonio Secci hatte bereits Ausstellungen in New York, Mailand, Berlin
Die Kunst des Kontrasts
Der sardische Künstler Antonio Secci
Sardinien ist eine Insel mit klaren Farben und harten Kontraste. Hier lebt der Künstler und Gärtner Antonio Secci. Sein Garten ist seine Inspirationsquelle, sein Lehrmeister und ein Ort der Ruhe und Konzentration. Er will die Erde spüren, das Archaische. In seiner Kunst geht es um beides: das Komplexe und Einfache des Seins.
"Der Garten lehrt mich viel über die Zeiten und den Verlauf des Lebens", sagt Secci. "Heute ist es mehr denn je wichtig, die Langsamkeit zu leben." Kontraste sind sein Thema, seine Technik ist einzigartig und das Material spröde. Er schafft vielschichtige Collagen aus Nylon, Papier und immer zwei Farben im Kontrast. Ein aufwändiges Verfahren lässt daraus ein Bild werden. Alle Bilder haben diese Risse und Furchen. "Die Brüche entsprechen meinem eigenen Lebenlauf, meiner eigenen Erfahrung mit dem Leben", so Secci. "Mein Leben ist nie glatt gelaufen. Es war immer unberechenbar. Diese Brüche und Risse entsprechen meinem Alltag."

Zeit des Umbruchs
Seine Kunst kommt an. Antonio Secci ist der wohl wichtigste zeitgenössische Künstler Sardiniens. Er hat bereits in New York, Mailand, Berlin und Basel und zuletzt zuhause an der Costa Smeralda ausgestellt. Studiert hat er bei Lucio Fontana, dem Gründer des "Movimento Spaziale", einer neuen Kunstrichtung im Italien der 1960er Jahre. Mailand war damals der Treffpunkt der künstlerischen Avantgarde in einer Zeit des Umbruchs. Das Aufschlitzen der Leinwand war eine radikale Geste, die den jungen Secci tief beeindruckte. Auf einmal war das Bild nicht mehr flach. Räume öffneten sich. Kunst wurde neu definiert. "Ohne Zweifel hat mich die Begegnung mit den 'Spazialisten' total verändert", sagt Secci. "Zuerst habe ich gedacht, die spinnen. Aber dann war die Begegnung wie eine Erleuchtung."

Blau ist die Farbe des Meeres und der Weite. Das Meer ist für den Insulaner Bregrenzung und gleichzeitig der Korridor zur Welt. Für Antonio Secci ein wichtiger Gegensatz. Die Auseinandersetzung mit dem Meer prägt sein Werk. "Um das eigene Meer zu verstehen, musst du viele andere Meere kennen. Das ist wichtig. Dieses Meer musst du überqueren, um andere zu verstehen", sagt Antonio Secci. Und: "Ohne Gegensätze ist das Leben langweilig.“ Er ist Künstler, Gärtner, Insulaner, Weltbürger - Secci lebt diesen Kontrast.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Fotogalerie
Antonio Secci
"squarcio per uno spazio possibile"
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