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Bilder von unmenschlichen Qualen
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Nach der Befreiung durch die Vietnamesen begann Vann Nath, Bilder von unmenschlicher Folter und Quälerei zu malen. Sie hängen heute in dem ehemaligen Gefängnis. Doch kaum ein Kambodschaner schaut sie sich an. Dem Maler wurde vorgeworfen, zu übertreiben. Für westliche Touristen ist das S21 heute eine gruselige Attraktion. Kambodschaner hingegen machen nach wie vor einen großen Bogen um diesen Ort.
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In den Familien wird die Vergangenheit totgeschwiegen
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In den meisten Familien wird das Mörderregime Pol Pots nach wie vor totgeschwiegen. Zu schmerzhaft ist der Blick in die Vergangenheit. Die Kinder und Enkel der Überlebenden wachsen mit einer diffusen Ahnung von den Schrecken auf. Denn auch im Schulunterricht wird diese Zeit weitestgehend ausgeklammert.
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Überall Misstrauen
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Das Misstrauen ist in Kambodscha allgegenwärtig. Es verhindert Vertrauen untereinander. Doch Vertrauen kann nur entstehen, wenn die Menschen den Blick zurück wagen. Anders ist die fragile Gesellschaft kaum zu stabilisieren. Sophiline Cheam Shapiro ist eine der wenigen Kambodschaner, die sich traut, die Gründe für das Schweigen zu nennen. Die Choreografin und Tänzerin war ein junges Mädchen, als Pol Pot die Macht an sich riss. Ihr Vater und Bruder wurden umgebracht. Den Grund für das Schweigen sieht sie in der Angst der Menschen vor den alten Seilschaften. "Viele Leute würden eigentlich gerne sprechen, aber was sie zögern lässt, ist ihre Angst, dass sie in der kambodschanischen Gesellschaft nicht offen sprechen können", sagt sie. "Auch unsere aktuelle Regierung besteht teilweise aus ehemaligen Khmer Rouge. Deswegen trauen sich viele Leute nicht, die Abgründe der Khmer-Rouge-Zeit beim Namen zu nennen."
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Vann Nath: Für Gerechtigkeit ist es zu spät
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Vann Nath ist einer der wichtigsten Zeugen im Prozess. Um persönliche Genugtuung geht es ihm nicht. Dafür seien zu viele der Verantwortlichen, und Pol Pot selbst, längst gestorben, sagt er. Wichtig seien die Prozesse vor allem für das kambodschanische Volk. "Wirkliche Gerechtigkeit können die Prozesse nicht mehr bringen", sagt Vann Nath. "Trotzdem ist es wichtig, dass es jetzt endlich losgeht. Es muss endlich Ergebnisse geben. Nur durch die Prozesse können die Kambodschaner erfahren, was passiert ist. Es gibt nur diesen einen Weg." Die Angeklagten sind mehr als 70 Jahre alt. Einige werden den Prozess wohl nicht überleben. Ein Prozess, in dem es nicht nur um Schuld und Sühne gehen wird, sondern vor allem darum, einem Land die Angst vor der eigenen Vergangenheit zu nehmen.
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