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Illegal in Berlin
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Sein halbes Leben war Tellmeister in Berlin untergetaucht, lebte illegal und unter verschiedenen Namen. Er war ein politischer Flüchtling, fernab der Heimat. Endlich hat er wieder eine Identität, kann zurückkehren. "Die längste Kunstperformance der Welt wird zu Ende gehen, wenn ich in die Schweiz gehe", sagt Tellmeister. "Da geht die Performance wieder weiter, weil ich Kunst und Leben nicht mehr voneinander trennen kann. Das ist ein und dasselbe bei mir geworden."
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Aus der Schweiz geflohen
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1986 sitzen rund 600 Kriegsdienstverweigerer in Schweizer Gefängnissen. Meister flieht und legt seinen bürgerlichen Namen ab. Er gilt als Verräter.
In der Bundesrepublik und in Holland sucht er politisches Asyl. Der Asylbewerber aus dem "Musterland der Demokratie" erregt Aufsehen. Seine friedensaktivistischen Kunstaktionen jedoch kommen hier nicht gut an. Beide Anträge werden abgelehnt.
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Kunst als Überlebenskunst
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Kunst und Überlebenskunst sind in Tellmeisters Leben eins geworden. Sein Heimweh bekämpft er mit den Mitteln der Kunst: Immer wieder kreist er um den Mythos Wilhelm Tell, den Freiheitskämpfer, Tyrannenmörder und sagenhaften Nationalhelden der Schweiz. Deshalb wollte er auch "Tell" im eigenen Namen führen. Als Tell-Meister wird der Kriegsdienstverweigerer in die Schweiz zurückkehren.
"Ich spiele Tell nicht nach, sondern ich untersuche, was will eigentlich ein Mythos?" erklärt Tellmeister. "Er stiftet Identität, er kann durch Raum und Zeit wandern und er braucht eine neue Körperschaft. Ich versuche, Schiller loszuwerden. Tell war im Prinzip ein Punk. Lassen wir ihn Punk sein und versuchen wir nicht, aus ihm einen Spießbürger zu machen."
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Schweinekopf per Post
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Für Tellmeister ist dies eine vorsichtige Annäherung an die Heimat. "Ah, Alpenluft", seufzt er beim Auspacken der Päckchen. Doch schon jetzt heißt nicht jeder den kontroversen Künstler willkommen: Ein anoymer Absender schickte einen echten Schweinekopf, den Tellmeister kurzerhand zum Schiller-Schweinekopf-Fondue verarbeitet. Er weiß, dass seine Rückkehr nicht das Happy End seiner Odyssee sein wird.
"Es kann nicht sein, dass ich so ein Leben 23 Jahre lang führe und dann zurückgehe und so tue, als ob nichts passiert ist", sagt Tellmeister. "Ich habe Fragen, auch in der Schweiz. Ich will meine Militärakte lesen. Ich will auch darüber reden, ob es eine Entschädigung geben kann. Ich suche das Gespräch auch weiterhin und mache das natürlich auch in künstlerischen Aktionen."
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