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Medien- und Propagandastrategie der Taliban
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Im August 2008 stirbt ein Bundeswehrsoldat bei einem Anschlag. Prompt und reflexartig kommt wieder die Forderung, die Bundeswehr soll raus aus Afghanistan. Der ganze Einsatz wird jedes Mal in Frage gestellt - ein Erfolg für die Taliban. Genau so eine Diskussion wollen sie in Ländern wie Deutschland provozieren. Immer wenn das Mandat der Bundeswehr verlängert werden soll, wie im Oktober 2008, mehren sich die Anschläge gegen deutsche Soldaten - mit Schlagzeilen, die Angst und Schrecken verbreiten. Doch dahinter steckt eine perfide Medien- und Propagandastrategie der Taliban. Sie verfügen über ein professionelles Mediennetzwerk und bestimmen die Nachrichtenlage. Was die Taliban früher verteufelt haben, benutzen sie jetzt als Waffe.
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Deutsche Medien zitieren Taliban-Sprecher
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Diese Strategie der Taliban bestätigt eine gerade veröffentlichte Studie der International Crisis Group, einer renommierten Organisation mit Sitz in Brüssel. Darin wird ein Talibansprecher zitiert, der ihr "Erfolgrezept" beschreibt, Zitat:
"Die Taliban-Medienarbeit ist sehr schnell, wenn Journalisten nach Informationen fragen. Die Karzai-Medien können nicht mit uns mithalten. Wir geben über Satellitentelefone die Informationen in Rekordzeit." Sie streuen Zahlen von Opfern und viele Gerüchte. Die Isaf-Truppen und die afghanische Regierung müssen das alles erst überprüfen und verlieren jedes Mal den Wettlauf mit der Zeit. Vor allem sind die Pressesprecher der Taliban 24 Stunden erreichbar. Nach jedem Anschlag ruft ein Talibansprecher bei ausgewählten deutschen Journalisten an oder diese bei ihm. Medien wie "Spiegel-Online" sind da ganz vorne weg. Hier liest man Interviews mit Talibanführern. Ihre Drohung wird sogar zur Schlagzeile gemacht: "Wichtig ist, Deutsche zu töten", titelt "Spiegel-Online" am 22. Mai 2008.
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Einschüchterungskampagnen der Taliban
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Wir hätten gerne mit "Spiegel-Online" darüber gesprochen, ob man Terroristen auf diese Weise ein Forum geben soll. Die Chefredaktion fand leider keinen Termin. Die Taliban-Propaganda suggeriert, der Krieg ginge nur gegen die Nato-Truppen und ihre Anwesenheit. Und das glauben viele, die jedes Jahr gegen den Bundeswehreinsatz auf die Straße gehen und den Truppenabzug fordern. Doch dass sich der Terror der Taliban auch gegen die afghanische Bevölkerung richtet, das wird einfach ausgeblendet. Die Taliban haben Hunderte Schulen seit 2006 zerstört. Beispielsweise haben sie eine neu aufgebaute Schule angezündet, und wurden von einem Kamerateam überrascht. Nur durch Glück konnte das Team später entkommen. Die Taliban bedrohen die Bevölkerung auch mit so genannten Nachtbriefen. "Die werden nachts abgelegt, in einem Dorf, beispielsweise vor einer Schule und bedrohen den Lehrer mit dem Tode, wenn er am nächsten Tag die Schule wieder öffnet", berichtet Tophoven. "Das sind Einschüchterungskampagnen, die sehr wirksam sind, die aber in dieser Größenordnung zum Teil immer noch nicht im Westen wahrgenommen werden."
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