Ins Netz gegangen
Wie gut sind unsere Daten im Internet geschützt?
© reuters
Hillary Clinton hat die Erinnerung an ihren Wahlkampf gelöscht. Ihre Obama-Kritik auf "Youtube" ist "nicht länger verfügbar". Nichts soll die neue, traute Zweisamkeit stören. Was Clinton darf, wird für den normalen Internet-Nutzer immer schwieriger. Für ihn ist es heute fast unmöglich, die eigenen Spuren im Netz zu verwischen. Jetzt hat der Datenschutz erneut einen harten Schlag erlitten.
Am 3. Juli 2008 urteilte ein US-Gericht: Google muss alle Daten seines Videoportals "Youtube" an den Medienkonzern Viacom weitergeben. Zu Viacom gehören 130 Fernsehsender, darunter MTV. Mit der Maßnahme will der Konzern die illegale Verbreitung seiner Sendungen unterbinden. Kritiker aber befürchten, dass durch die Datenweitergabe bald komplette Nutzerprofile erstellt und kommerziell verwertet werden. Denn Firmen wie "Google" verfügen über umfassendes Wissen: 18 Monate lang speichert der Internet-Gigant die Eingaben aller User. Und: Was "Google" von uns weiß, wird immer mehr.
"Streetview" für alle
Das "Streetview" etwa wird jetzt auch nach Deutschland kommen: "Google" fotografiert ganze Straßenzüge ab, um den öffentlichen Raum virtuell zu erfassen. Das Projekt startet in Berlin. Dass dabei auch Intimes vor die Linse gerät, wie in den USA, ist der bittere Beigeschmack. Wer kann, wer will sich darauf verlassen, dass das Unternehmen solche Bilder verfremdet?
Am Anfang des Internets stand ein Ideal: Information für alle. Doch wie viele Informationen sammeln Konzerne heute über uns? Sind wir dem "World Wide Web" ins Netz gegangen? Wir sprechen mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar.
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Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr



Kleine Phishe - Eine "Kulturzeit"-Reihe zum Thema Überwachung


Das "Kulturzeit"-Gespräch am 07.07.2008: Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz

07.07.2008 / Andrea Maurer (Kulturzeit) / se
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