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Marcia Haydée 2012 bei einer Probe für das Stück "Das Fräulein von S." ...
Die "Maria Callas des Tanzes"
Primaballerina Marcia Haydée wird 80
Für Nurejew und Baryshnikov war sie begehrte Solopartnerin, für weltberühmte Choreografen war sie Muse und Inspiration: Am 18. April 2017 feiert Primaballerina Marcia Haydée ihren 80. Geburtstag.


"Ich will noch so viel machen"
Neben ihrer langjährigen Arbeit als Ballettchefin in Santiago de Chile stand Haydée nicht zuletzt auch wegen des Blumenregens und der Hochrufe immer wieder als zarte Tragödin auf der Bühne: Sie war in Maurice Béjarts "Mutter Teresa und die Kinder dieser Welt", als Hexe Madge in "La Sylphide" und als Mamma Rosaria in Mauro Bigonzettis "I Fratelli - Die Brüder" zu sehen. "Ich will noch so viel machen", sagte sie noch mit 70. Dabei hat sie auch Kritik einstecken müssen: etwa, als sie 1991 mit ihrer Kreation "Die Planeten" ihre ganz persönlichen Träume von Ballett vermitteln wollte - und Buhrufe erntete.

Marcia Haydée 2012
Marcia Haydée 2012
"Ich habe sehr oft schlechte Kritiken gehabt - das muss man lesen und verdauen. Mir hat dabei immer Yoga geholfen, nicht nur, um meinen Körper fit zu halten, sondern vor allem für die Meditation", so Haydée. Die von ihren Fans als "Maria Callas des Tanzes" Verehrte sieht sich nicht als klassische Tänzerin im engen Sinn. "Ich war immer eine tanzende Schauspielerin", sagt Haydée, die zum Missfallen einiger, für die Tanz alles ist, auch mal spricht auf der Bühne.


Es gibt kaum einen Namen der Ballettwelt, der nicht auch mit ihr verbunden wäre. Sie tanzte mit Neumeier, Rudolf Nurejew, Mikhail Baryshnikov und Erik Bruhn. Mit ihrem Tanzpartner Richard Cragun lebte sie 16 Jahre zusammen. Selbst ein Star, förderte sie gezielt den Nachwuchs wie Uwe Scholz und William Forsythe. Und immer wieder engagierte sie namhafte Choreografen wie Béjart und Jirí Kylián für Stuttgart.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, live um 19.20 Uhr
Tanz/Ballett
Marcia Haydée. Verführung zum Tanz