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Tage des Multikulturalismus sind gezählt
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Die Tage des Multikulturalismus sind gezählt. Darüber sind sich Bruckner und Garton Ash einig. Die brennenden Vorstädte von Paris und die Attentate auf die Londoner U-Bahn haben gezeigt, dass das unverbundene Zusammenleben verschiedener Kulturen sich als nicht praktikabel erwiesen hat. Trotzdem fordert Garton Ash immer noch religiöse Sonderrechte für die Muslime.
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Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan sollte nach Garton Ash eine Mittlerfunktion herstellen zwischen europäischen Menschenrechten und dem islamischen Fundamentalismus. Immerhin wurde der doppelzüngige Enkel des Gründers der Muslimbruderschaften nach Oxford eingeladen, um dort über die Rolle der Muslime in Europa zu lehren.
Bruckner glaubt, dass Tariq Ramadan "ein brillanter Bursche" sei, "intelligent, der den Europäern das Lied von ihrer kolonialen Schuld vorspielt. Wenn man die Religion kritisiert, nimmt er eine anklägerische Haltung ein und sagt: 'Ihr wart die Kolonialisten, wie wollt Ihr uns beurteilen? Tariq Ramadan ist ein kontroverser Theologe, aber die, die ihn gut kennen, denken, er ist, ein Propagandist und Missionar der Muslimbrüder, der Europa dem Islam anpassen will und nicht den Islam an Europa."
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Frauen in der Schlüsselposition
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Eine Schlüsselstellung im Kampf um die Tradition der Aufklärung oder Multikulturalismus zwischen Europäern und europäischen Muslimen nehmen die Frauen ein. Die Freiheit, betont Garton Ash, kann man nicht staatlich verordnen.
Kopftuch oder Kopftuchverbot sei deshalb nicht die Frage. "Es geht darum, dass wir einen neuen Modus Vivendi, eine Art des Zusammenlebens finden mit unseren muslimischen Mitbürgern - und ob wir das Coca Cola nennen oder Pastis oder Baguette oder Multikulturalismus oder Monokulturalismus ist mir eigentlich egal. Hauptsache es funktioniert. Und im Moment funktioniert es nicht."
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Gleichgültig ist es aber nicht, ob die Rechte der Frauen im europäischen Islam
respektiert werden oder nicht. Pascal Bruckner meint: "Derjenige, der die Frauen kontrolliert, kontrolliert im
Grunde die Tradition oder ihren etwaigen Wandel. Es ist also nicht erstaunlich, dass es die Frauen sind, die in den Parlamenten herausragen, Frauen wie Irshad Mangi, Necla Kelek in Deutschland, Ayaan Hirsi Ali, Taslima Nasrin und viele andere: Das sind Frauen, die den Kampf aufnehmen."
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 Bruckner hat mit seinen Äußerungen mittlerweile eine internationale Debatte entfacht, die durch das Internet und das Forum bei "www.perlentaucher.de" sowie die englische Seite "www.signandsight.com" maßgeblich vorangetrieben wurde. |  |
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 Ian Buruma, Ralf Dahrendorf, Wolfgang Sofsky, Necla Kelek, André Glucksmann, u.a.
"Welche Freiheit. Plädoyers für eine offene Gesellschaft"
Matthes & Seitz Berlin 2007
ISBN-13: 978-3882218855
22,80 €
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