Saddam, der Märtyrer
Über die Inszenierung eines Diktators über den Tod hinaus
Saddam Hussein in seinen letzten Minuten  © AP
Jahrzehntelang hat der irakische Diktator Saddam Hussein sich selbst inszeniert: militärisch, angstlos, grausam. Die Stilisierung gelang ihm sogar über seinen Sturz hinaus. Selbst seine Verurteilung wurde perfekt in Szene gesetzt - nicht seine unzähligen Verbrechen, die Morde, Tausende am Giftgas erstickte Kurden standen im Mittelpunkt, sondern er.
Am Morgen des 30. Dezember 2006 nun ist Saddam hingerichtet worden. Er selbst sagte: "Ich habe vor niemanden Angst, ich sterbe als Soldat." Der Märtyrer ist geboren, noch bevor seine Todesbilder die Fernsehkanäle und Internetforen erreichen. Und das Schauspiel geht noch weiter: Sein Grab wird bald eine Wallfahrtsstätte. Über die politische Inszenierung und darüber, was von Saddam Hussein bleibt, sprechen wir in "Kulturzeit" mit Matthias Bruhn, einem Experten für politische Bildsprache.
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Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr


Das Gespräch mit Matthias Bruhn, Kunsthistoriker (02.01.2007)


Chronik eines angekündigten Krieges: Kulturzeit berichtet über die Irak-Krise und ihre Folgen

02.01.2007 / Kulturzeit / se
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