Amok-Alarm in Baden-Württemberg
Wir sprechen mit Michael Hus von Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Charité
Ein 18 Jahre alter Schüler des technischen Gymnasiums in Offenburg wurde tot aufgefunden  © dpa
Nach einer Warnung vor einem möglichen Amoklauf an einer Schule in Baden-Württemberg hat das Kultusministerium am 6. Dezember 2006 alle Schulen im Land in Alarmbereitschaft versetzt. Manche Rektoren haben ihre Schulen daraufhin kurzerhand geschlossen. Ein 18 Jahre alter Schüler aus Offenburg, nach dem die Polizei in diesem Zusammenhang gesucht hatte, ist tot aufgefunden worden. Ob der junge Mann, der sich das Leben genommen hat, auch tatsächlich die Spur zum angekündigten Amoklauf im Internet gelegt hat, steht noch nicht fest.
Ein Unbekannter hatte gegenüber zwei 14 und 15 Jahre alten rheinland-pfälzischen Schülern im Internet davon gesprochen, am Nikolaustag an seiner Schule in Baden-Württemberg Amok zu laufen. Dies soll in einem Chatraum für Computerspiele passiert sein. Landeskultusminister Helmut Rau hatte bereits am Dienstagabend alle Schulen des Landes in Alarmbereitschaft versetzt und die Polizei ordnete verstärkte Streifenfahrten in der Umgebung von Schulen und andere Vorsichtsmaßnahmen an.
Arbeitslosigkeit und Langeweile
Ein zweiter Fall wird aus München gemeldet. Die Polizei hat dort einen 21-jährigen Mann festgenommen, der im Internet mit einem Amoklauf ähnlich wie in Emsdetten gedroht hatte. Als Motiv gab der geständige Täter Langeweile wegen seiner Arbeitslosigkeit an. Wir sprechen mit Michael Huss über amokgefährdete Jugendliche. Er arbeitet an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr


Das Gespräch mit Michael Hus, Kinder- und Jugendpsychiatrie Charité Berlin (06.12.2006)

Ausgetickt und durchgeknallt: Gibt es eine Erklärung für das Phänomen "Amoklauf"?
Amoklauf in Emsdetten: Ein Ex-Schüler auf Rachefeldzug

06.12.2006 / Kulturzeit mit Material von dpa/AP
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