"Die Spinne dominiert die Zelle" (Zum Vergrößern anklicken)
Da ist eine Uhr, ein Medaillon, ein Flakon, das sind alles Dinge, die der Vergangenheit angehören, sich auf ihre Mutter beziehen. Die Spinne ist eine Metapher, steht für ihre Mutter, die Weberin war, ähnlich wie eine Spinne. Ihre ersten großen Spinnen waren bauliche Strukturen, man konnte unter ihnen hindurchgehen. Sie waren nicht nur Objekte, sie bildeten einen Raum, einen Ort. In diese Skulptur baute sie eine Zelle, sozusagen ein Spinnennetz in architektonischer Form. Da ist der Gedanke der Erinnerung, man kann darin sitzen, man ist an einem geschützten Ort. Aber Louise mag auch klaustrophobische Plätze. Der Ort der Spinne steht in Bezug zum architektonischen Raum, und sie will diesen Raum eng halten, so dass die Idee des Spinnennetzes nicht verloren geht. Die Spinne dominiert die Zelle, behütet sie, so dass die Zelle sich nicht im Raum verlieren kann. Sie hing sehr stark an ihrer Mutter, bei ihrer Mutter war sie geborgen, ihre Mutter war eine Feministin. Das Verhältnis zum Vater war problematisch, da gab es große Spannungen. Von der Mutter bekam sie immer uneingeschränkte Unterstützung, aber der Vater war viel kritischer.