Hitler und kein Ende
"Kulturzeit extra": Joachim Fest - eine Jahrhundertbilanz
40 Jahre lang erforschte Joachim Fest die Hitler-Diktatur
Er schrieb "Der Untergang", die Vorlage für den gleichnamigen Oscar-nominierten Spielfilm. 1973 erschien Joachim Fests Hitler-Biographie. Millionenfach verkauft, war diese die erste nüchtern-kritische und gleichzeitig erzählerische Darstellung der Ursachen und Folgen des NS-Terrorregimes. Wer ist der Mann, der zu einer maßstabgebenden Figur der deutschen Zeitgeschichte wurde und es bis heute ist? Ein Porträt des renommierten Historikers und Publizisten, der am 11. September 2006 starb.
Joachim Fest, 1926 geboren, stammte aus einem gutbürgerlichen Berliner Elternhaus. 1933 wurde sein Vater als Nazigegner aus dem Beamtendienst entlassen. Seine Unbeirrbarkeit im Aufrechterhalten moralischer Prinzipien wurde für den heranwachsenden Sohn zu einer Lebenslektion. Sie machte ihn resistent gegen jede ideologische Vereinnahmung. Die Person Hitlers wurde für Fest Schlüssel zur deutschen Seele, Inbegriff des fatalen Hangs der Deutschen zu Extremen. Das Dritte Reich mit seinen Hauptakteuren blieb für ihn und die so genannte "skeptische Generation" Lebensthema.
Als Journalist beim Rias Berlin, als Chefredakteur beim NDR, als Leiter des Magazins "Panorama" und als langjähriger "FAZ"-Herausgeber folgte Fest seiner Maxime: "Lebe immer mit und nie gegen den Zweifel". In all diesen Funktionen hat er über Jahre hinweg wesentliche Debatten und Kontroversen angestoßen, die das geistige Klima Deutschlands bestimmten.
1. Der Historiker und Hitlers Architekt
40 Jahre lang erforschte Joachim Fest die Hitler-Diktatur. In den 60er Jahren lernte er den gerade aus Spandau entlassenen Albert Speer, Hitlers Chefarchitekten, kennen. Fest wollte herausfinden: Wer war dieser Speer, und was wusste er wirklich?
2. Lebensthema NS-Diktatur
Immer wieder kreiste Joachim Fest um das große Rätsel NS-Diktatur und die Erkenntnis, dass der Mensch auch im 20. Jahrhundert noch immer ein "Raubtier" ist. Doch daneben gab es andere, nicht so sichtbare Kontinuitäten in seinem Leben
3. Don Quichote, Hamlet und Don Juan
Verblüffend bruchlos vereinte Joachim Fest absolut gegensätzliche Charaktere in sich: den melancholischen Einzelkäpfer Don Quichotte, den zweifelnden Denker Hamlet und den vitalen Frauenliebhaber Don Juan
4. Und wenn alle mitlaufen, ich gehe da nicht mit
Wir sind mit Joachim Fest durch seine Heimatstadt Berlin gefahren, an die Orte seiner Kindheit und frühen Jugend. Etwa 25 Jahre lebte und arbeitete der Sohn einer bildungsbürgerlichen Familie hier
5. Ertrage die Clowns
Beim Rias in Berlin begann 1951 Joachim Fests journalistische Karriere. Mit seiner Sendereihe "15 Minuten Geschichte" wurde er in den 50ern zur "Stimme Berlins". Sein Aufstieg auf der Karriereleiter bedeutete aber auch Verzicht

"Kulturzeit extra: Hitler und kein Ende. Joachim Fest - eine Jahrhundertbilanz"
Ein Film von Beate Pinkerneil
Erstsendung: 10.12.2005

Wiederholung: Wiederholung: Samstag, 09.12.2006, um 19.20 Uhr


Bühler Begegnungen:
Joachim Fest im Gespräch mit Peter Voß
Wiederholung, am Mittwoch, 13.09.2006, um 13.15 Uhr



Der Geistesaristokrat: Mit Joachim Fest verliert Deutschland einen seiner prägendsten Intellektuellen



Joachim Fest:
"Ich nicht. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend"
Rowohlt 2006
ISBN: 3498053051
19,90 €

J. Fest auf der Frankfurter Buchmesse 2004
J. Fest im Gespräch über den Film "Der Untergang"
Joachim Fest erinnert sich an Begegnungen

10.12.2005n aktualisiert am 13.09.2006 / Kulturzeit / hs
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