Buchbranche will gegen Internet-Piraterie vorgehen
Aktuelles von der Buchmesse 2009
Internet-Piraterie: "Aufklärung tut not, aber auch Abschreckung"
Die deutsche Buchbranche will künftig härter gegen das illegale Herunterladen digitalisierter Bücher aus dem Internet vorgehen. Alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel sollten genutzt werden, kündigte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am 12. März 2009 auf der Leipziger Buchmesse an.
Nach dem Vorschlag des Börsenvereins sollen Nutzer zunächst von ihren Providern verwarnt werden, bei wiederholten Verstößen könnten dann rechtliche Schritte eingeleitet werden. Skipis warf der Politik vor, das Problem zu verharmlosen und sprach von einer "rechtsstaatlichen Verwahrlosung" im Internet. Zugleich zeigte er sich davon überzeugt, dass vielen Nutzern oft nicht bewusst sei, dass sie illegal handelten: "Aufklärung tut not, aber auch Abschreckung", sagte er.
Der Börsenverein führte an mehreren Beispielen vor, wie leicht es ist, kostenlos aus dem Internet sowohl Romane als auch Hör- und Sachbücher herunterzuladen, ohne dass der Nutzer auf sein illegales Verhalten hingewiesen wird. Anbieter, die dies ermöglichten, finanzierten sich häufig über Werbeeinnahmen, erklärte Skipis. Je häufiger die Seiten aufgerufen würden, umso attraktiver seien sie für Werbung. Und mit zunehmender Nachfrage an E-Books werde auch die Nachfrage nach Raubkopien im Netz steigen. Schon jetzt belaufe sich der Schaden durch Raubkopierer im Netz auf mehrere Millionen Euro, gerade Wissenschaftsverlage seien betroffen.
Mit dem Portal "libreka.de" bietet die Buchbranche jetzt eine Plattform an, über die legal digitale Bücher erhältlich sind. Langfristiges Ziel sei es, dem Leser jedes Buch für jedes System zugänglich zu machen, erklärte der Geschäftsführer des Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB), Ronald Schild.

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Buchmesse Leipzig 2009
12. bis 15.03.2009

12.03.2009 / Kulturzeit mit Material von ap
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