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Spiel mit der Abstraktion
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In Anselm Reyles Berliner Atelier entsteht ein Bild. Auf einer schwarz gestrichenen Leinwand wird silberne PVC-Folie drapiert. Ein Spiel mit der Abstraktion. Kaum 15 Minuten dauert der Prozess. Auf diese Weise entstehen mehrere Bilder hintereinander. Welche Folienbilder für die Ewigkeit bestimmt sind, entscheidet der Künstler später. Anselm Reyles Folienbilder erhalten zum Schluss einen Rahmen aus Plexiglas. Zur Zeit arbeitet der Künstler daran, die fragile Folie durch einen ewig haltbaren verchromten Aluminiumguss zu ersetzen. Das gegenstandslos Banale wird spektakulär.
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Eine ganze Werkstatt arbeitet an einem Bild
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Der Chef entscheidet selbst. Die Arbeit machen viele. In Reyles Atelier arbeiten zur Zeit 30 Assistenten an seinen Werken. Viele von ihnen sind selbst Künstler. Im Kreuzberger Loft gibt es eine eigene Schreinerei und ein Entwicklungslabor für die verschiedenen Werkstoffe, aus denen Bilder und Skulpturen bestehen. Schon bei Rubens waren die Arbeitsprozesse in einer Künstlerwerkstatt ähnlich organisiert. Das Atelier Anselm Reyle ist ein mittelständischer Kunstbetrieb. Hier wird nach den Ideen des Meisters Kunst produziert, katalogisiert und vertriebsfertig gemacht.
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Nur wenige Bilder werden verkauft
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Extra für den Bunker hergestellt
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Nach der Herstellung kommt der Vertrieb. Nur wenige Bilder verlassen seine Werkstatt. Anselm Reyles Bilder werden hoch gehandelt. Im Boros-Bunker, einer privaten Kunstsammlung in Berlin, hängt eines seiner Folienbilder, das extra für diesen Ort entstand. Es ist ein monumentales Bild, schillernd, eine glänzende Verlockung in der Tristesse des Weltkriegsbunkers.
"Es geht mir nicht rein darum, Bilder für den Kunstmarkt zu machen", sagt Reyle. "Ich weiß: Kunstmarkt ist Teil der Arbeit, da kann ich auch nichts dagegen tun. Da kann ich mich auch nicht dagegen wehren, deswegen versuche ich affirmativ damit umzugehen. Als Thema interessiert mich auch Kunstgeschichte, die Geschichte der Moderne und was da passiert ist."
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