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"Arme wollen keine Almosen, sie wollen Chancen"
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Eine Idee, die jetzt sogar für Friedensnobelpreiswürdig erachtet wurde, ist die Grameen-Bank für Arme. Meist sind Frauen die Kreditnehmer und die Summen in der Regel winzig: 30 bis 40 Dollar. Allein die von Friedensnobelpreisträger Yunus gegründete Bank in Bangladesh vergab bis heute 4,5 Milliarden Dollar an Krediten.
Der Erfolg ist enorm: Die Rückzahlungsquote liegt bei knapp 99 Prozent.
Wo es derartige Kredite gibt, verschwindet Kinderarbeit und werden Mädchen später verheiratet. Auch Armut verschwindet.
"Arme wollen keine Almosen, sie wollen Chancen", sagt Prahalad. "Sie fragen nicht nach Gefälligkeiten, sie wollen Gerechtigkeit. Wenn wir das Prinzip der Fairness auf den Handel anwenden, erreichen wir auch soziale Sicherheit. Das hat die Grameen-Bank ohne Zweifel bewiesen."
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Arme als Kunden für moderne Technik
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Prahalad meint, dass der Einsatz von Mobiltelefonen ein passendes Beispiel sei. "Wir glauben, dass bis 2010 drei Milliarden Menschen Handys benutzen werden. Die Armen sind also bereit, moderne Technik zu nutzen und neue Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ein Fischer, der Fisch bei einer Auktion ersteigert oder, wichtiger sogar, der Satelliten-Aufnahmen im Dorf-Computer anguckt, bevor er zum Fischen hinaus fährt. Das ist neu. Das Problem sind nicht die Dorfbewohner, sondern die Verfügbarkeit der technischen Voraussetzungen."
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Prepaid-Handys werden so zu einer zweiten Chance für Afrika.
Mit dem mobilen Telefon lässt sich nicht nur der Getreide-Preis an der örtlichen Börse erfragen, wissenschaftliche Studien zeigen, dass mehr Mobiltelefone auch das Bruttoinlandsprodukt eines Entwicklungslandes wachsen lassen.
"Ich denke der echte Nutzen werden Zugang, Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit hochwertiger Produkte sein", sagt Prahalad. "Produkte, die ihren Bedürfnissen entsprechen, das ist echter Gewinn.
Das mag eine gute Gesundheitsvorsorge sein, sauberes Wasser, ein Shampoo oder ein Moped, bessere landwirtschaftliche Produkte. Oder Mikro-Versicherungen, etwa für Gesundheit oder als Lebens- und Eigentumsversicherung, vielleicht auch eine Schlechtwetter-Versicherung für Bauern, das ist alles denkbar."
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Mit Kreativität Produkte auf die Menschen zuschneiden
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Kleinstkredite für Frauen in Indien
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Um die Armen der Welt als Kunden zu erreichen, sind nicht nur genaue Kenntnisse der Lage vor Ort entscheidend. Mit Kreativität müssen die Produkte auf die Bedürfnisse armer Menschen zugeschnitten werden.
Wenn aus Armen Kunden werden, bedeutet das für sie mehr als nur Zugang zu Produkten und Dienstleistungen. Sie erlangen Entscheidungsfreiheit, die vorher nur den Reichen und der Mittelschicht vorbehalten war. Sie erwerben Selbstachtung.
"Es gibt eine heftige Debatte darüber, ob Globalisierung gut oder schlecht ist für die Armen", so Prahalad. "Wenn man die Frage so stellt, gibt es nur eine Antwort. Ich möchte die Frage gerne anders stellen: Was können wir tun, damit die Globalisierung allen nutzt? Das ist die eigentliche Herausforderung."
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 C. K. Prahalad, Harvey C. Fruehauf
"Der Reichtum der Dritten Welt. Armut bekämpfen, Wohlstand fördern, Würde bewahren"
Finanzbuch 2006
ISBN: 3898791467
29,90 €
Le Monde diplomatique (Hrsg.)
"Atlas der Globalisierung - Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt"
taz-Verlag 2006
ISBN: 3937683070
12 € |  |
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