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Momentaufnahmen aus dem Leben eines Süchtigen
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Johnson war selbst bis 1978 ein alkohol- und drogenabhängiger Außenseiter. Er habe alles genommen, was irgendwie high machte, hat er in einem seiner seltenen Interviews gesagt. Und genauso haben auch seine Freunde gelebt. Sie seien total kaputt gewesen, aber dennoch Menschen, sagt Johnson.
Seine Momentaufnahmen aus dem Leben eines Süchtigen nennt er "Jesus' Sohn". Sie haben ihn Anfang der 1990er Jahren berühmt gemacht. 2006 sind sie neu übersetzt auf Deutsch erschienen.
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Seine Helden denken nicht groß über das Leben nach
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Ein Arbeiterschicksal vom Anfang des 20. Jahrhunderts schildert Johnson hingegen in seiner preisgekrönten Novelle "Train Dreams" (2004). Darin verliert ein einfacher Waldarbeiter und Fuhrmann durch einen Waldbrand Frau und Kind. Johnson - für viele ein lapidarer Meister der Traurigkeit - erzählt nüchtern, ohne Wertungen und gerade darum packend.
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Abgründe der US-Kriegsführung
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Jetzt leuchtet Johnson in die Abgründe US-amerikanischer Kriegsführung.
Sein Vietnam-Roman "Ein gerader Rauch" schildert das Trauma der amerikanischen Gesellschaft. Die Hauptfigur, ein junger GI, lässt sich von der CIA anwerben. Es ist ein Bericht aus der Hölle, und natürlich denkt der Leser heute den Irak-Krieg immer mit.
Für dieses 900-Seiten-Buch ist Johnson 2007 mit dem National Book Award ausgezeichnet worden, dem bedeutendsten US-amerikanischen Literaturpreis.
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 Denis Johnson:
Übersetzt von Bettina Abarbanell und Robin Detje
"Ein gerader Rauch"
Rowohlt 2008
ISBN-13: 978-3498032227 |  |
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