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Beklemmend realistische Visionen
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Saudi-Arabien versinkt im Chaos, als die Bevölkerung den vorrückenden US-Streitkräften verzweifelten Widerstand leistet. So sieht Andreas Eschbachs beklemmend realistische Vision vom plötzlichen Ende des Ölzeitalters aus. Wir treffen ihn, den viele für einen deutschen Michael Crichton halten, in der Hafenstadt Brest, im Département Finistère, buchstäblich am Ende der Erde. Das Ölzeitalter ende nicht, wenn kein Öl mehr da sei, sondern dann, wenn weniger gefördert werden könne, als nachgefragt werde, stellt Andreas Eschbach fest. "Ab dem Zeitpunkt beginnt die Schere auseinanderzuklaffen und das Öl kann dann beliebig teuer werden."
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Wirtschaftsreportage und Zukunftsroman
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Eschbachs Szenario mag fiktional übersteigert sein, der Plot etwas behäbig und überfrachtet. Aber seine Endzeitvision, eine Mischung aus Wirtschaftsreportage und Zukunftsroman, legt schonungslos offen, wie sehr unsere moderne Zivilisation vom Erdöl und seinen Produkten abhängig ist, und welche Gefahren damit verbunden sind.
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In Eschbachs Thriller sind die Rollen klar verteilt, an die, die das Öl fördern, und die, die das große Geld damit verdienen. Für Eschbach ist dies eine Fortschreibung des Kolonialzeitalters. "Was auch wiederum zu denken geben sollte, ist, dass diejenigen, die am meisten am Öl verdienen, die Staaten sind, die Mineralölsteuer erheben", meint er. "Wir zahlen, wenn wir für 1,20 Euro Benzin tanken, einen Euro an den Staat. Von den 20 Cents bekommt das Land, aus dem das Öl kommt, vielleicht zwei. Das ist ein starkes Missverhältnis und man kann sich die Frage stellen: Warum machen die Staaten das mit?"
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Zerrissenes Land Saudi-Arabien
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Eschbachs Roman zeichnet Saudi-Arabien als ein von Widersprüchen zerrissenes Land. Die sprudelnden Petrodollars halten eine kleine Kaste an der Macht, die die Welt mit billigem Öl versorgt, das Wohlwollen der USA genießt und gleichzeitig religiösen Fanatismus schürt. In dieser Atmosphäre gedeihen Terror und Gewalt, die schließlich auf das eigene Herrscherhaus zurückschlagen. So wird Öl, das schwarze Gold, zum Fluch.
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Kommt die Umbesinnung zu spät?
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In Eschbachs Endzeit-Vision entwickeln die Menschen erst angesichts der drohenden Katastrophe eine Strategie, ihr Überleben zu sichern - wie im richtigen Leben. Aber vielleicht ist dies auch zu spät.
"Was, wenn es keine wirkliche Alternative gibt?", fragt der Autor. "Ich glaube, dass wir uns auf ein Leben im Nachölzeitalter einstellen müssen. Man kann sagen, vor 150 Jahren ging es ja auch ohne. Aber damals waren wir noch keine sechs Milliarden Menschen. Das ist das größte Problem, dass wir Nahrungsmittel erzeugen müssen. Die Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittel sind auch Erdölprodukte. Ohne diese Mittel gibt es nicht die Erträge, aber viele anspruchsvolle Probleme, die ihrer Lösung harren.
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 Andreas Eschbach:
"Ausgebrannt"
Lübbe 2007
ISBN-13: 978-3785722749
19,95 € |  |
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