Es braucht einen Choreografen. Diese zentrale Funktion übernimmt der Schiffsplaner. Seine Aufgabe ist es, für jedes Schiff entsprechende Be- und Entladepläne zu erarbeiten. Dazu erhält er von der Reederei Daten über die an Bord befindlichen Container. Für den Laien sind das schier unendliche Kolonnen aus Zahlen und Buchstaben,. Der Schiffsplaner erkennt darin jedoch den individuellen Code jedes Containers, seine Größe, Herkunfts- und Zielhafen. Mit Hilfe eines Logistikprogramms erstellt er eine detailgetreue grafische Darstellung des Schiffes. Ähnlich einer Computertomografie kann er dann jede einzelne Containerreihe, im Fachjargon Bay genannt, aufrufen. Er weiß so, an welchen Stellplätzen sich die für Hamburg bestimmten Container befinden. Mit diesen Informationen schnürt der Planer eine Art Arbeitspaket, aus der die Logistik und Steuerungssoftware, TLS eben, später die für die Entladung notwendigen Arbeitsschritte berechnet.
Nach ungefähr dem gleichen Prinzip wie die Lösch- läuft die Ladeplanung ab. Die von den Speditionen zur Verschiffung angemeldeten Container erscheinen als Datenpaket auf dem Bildschirm. Länge, Breite, Höhe, Zusatzinformationen, z.B. darüber ob der Container Kühl- oder Gefahrgut enthält, all das kann der Planer den einzelnen Datensätzen entnehmen. Die jeweiligen Zielhäfen sind farblich markiert. Nun beginnt eine Art Puzzlespiel. Der Planer versucht, die verfügbaren Stellplätze auf dem Schiff so zu belegen, dass in den Folgehäfen möglichst wenig umgestapelt werden muss.
Erst mit der Schiffsplanung als Choreografie wird die TLS zum unsichtbaren Dirigenten. Sie generiert aus den Arbeitspaketen einzelne Aufträge, die danach von den Steuerungssystemen der automatischen Geräte in Bewegung umgesetzt werden.