Lupe
Die körpereigene Gesundheitsfabrik
Thema zu der hitec-Sendung "Bizeps, Trizeps & Co."
Wir wissen: Sport ist gesund. Wir wissen auch, dass der Mangel an Bewegung die zweithäufigste Todesursache in Europa ist und die Lebenserwartung im Schnitt um fünf Jahre verringert. Wir wissen aber wenig darüber, was genau im Körper passiert.

Auswirkungen von geringer körperlicher Aktivität
Nach 14 Tagen werden die Schrittzähler und Beschleunigungsmesser, die Tag und Nacht jede Bewegung der Probanden kontrollierten, ausgewertet. Ein Belastungstest soll die Auswirkungen der geringen körperlichen Aktivität feststellen. Schließlich sind 1500 Schritte umgerechnet nur ungefähr 1,2 km.




Fett im Bauchraum ist besonders gefährlich
Lupe
Die Schnittbilder aus dem Körperscanner zeigen, dass der Fettgehalt in nur zwei Wochen um 7 Prozent gestiegen ist. Vor allem im Bauchraum. Und dieses Fett ist besonders gefährlich, denn es steht im Verdacht, Auslöser vieler Krankheiten zu sein. Die gute Nachricht ist: Wir können unsere körpereigene Gesundheitsfabrik jederzeit in Gang setzen. Treppensteigen, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, Spazierengehen. Denn: Nicht auf sportliche Höchstleistungen und Muskelpakete kommt es an, sondern darauf Bewegung in den Alltag zu integrieren.


Ein Überangebot an Nährstoffen
Lupe
In unserer heutigen Zeit steht jedoch Nahrung im Überfluss zur Verfügung und wir bewegen uns kaum noch. Durch das Überangebot an Nährstoffen lagert der Körper Fett ein. Und weil durch unseren Bewegungsmangel der Blutzuckerspiegel ständig zu hoch liegt, überschwemmt die Bauchspeicheldrüse den Organismus Tag und Nacht mit Insulin. Unsere Körperzellen reagieren schließlich nicht mehr auf Insulin, sie werden resistent. Die allzu häufige Diagnose: Typ 2 Diabetes.

Das in Jahrmillionen sinnvoll austarierte System bricht bei unserer modernen Lebensweise binnen kürzester Zeit zusammen. Und auch der Krebs gilt mittlerweile als Zivilisationskrankheit, die bei Naturvölkern viel seltener auftritt. Während in den reichen Industrienationen jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt, ist Brustkrebs bei Naturvölkern fast unbekannt.

Detlev Ganten, Pharmakologe, Charité Berlin:
"Das Erbe des Lebens auf dieser Welt steckt noch im Erbgut, in unseren Genen. Und so fragen wir gewissermaßen die Evolution: was lernen wir daraus? Und daraus lernen wir viel. Daraus lernen wir zum Beispiel, dass wir entstanden sind als Läufer, dass ohne einen guten Bewegungsapparat, der aus Muskeln und Knochen besteht, wir überhaupt nicht lebendfähig wären. Und insofern steckt die Steinzeit uns in den Knochen."

Sendedaten
11.04.2011, 21.30 Uhr

Erstsendung: 31.05.2010
Navigation
Zur Übersicht von "Bizeps, Trizeps & Co." Zur hitec-Startseite Das hitec-Archiv
Mediathek
Die ganze Sendung "Bizeps, Trizeps & Co." ansehen Die gesamte Auswahl der hitec-Videos auf 3sat.de