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Solarenergie - Chance oder Milliardengrab?
Thema zu der hitec-Sendung "Energiebilanz"
Ein viel größeres Potential hat die Sonne - mit ihrer enormen Kraft könnte sie unsere Energieprobleme lösen. Doch noch ist der Anteil der Sonnenenergie am Stromverbrauch in Deutschland sehr gering. Gerade einmal 4,3 Prozent des grünen Stroms, der im vergangenen Jahr verbraucht wurde, kam aus Photovoltaik-Anlagen.

Ein Netz von Solarkraftwerken in Nordafrika
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Eine verlockende Vision - die Sonne da einzufangen, wo sie am stärksten brennt und die gewonnene Energie dahin zu transportieren, wo sie gebraucht wird. Das zu realisieren hat sich die Umweltstiftung Desertec vorgenommen. Der Plan: ein Netz von Solarkraftwerken in Nordafrika aufzubauen, dass bis zu einem Fünftel des europäischen Stroms liefern könnte.



Abhängigkeit versus ökonomische Stabilisierung
Eine Import-Abhängigkeit von Wüstenstrom befürchten auch Kritiker und dämpfen die Euphorie. Ihr Sorge: Nordafrika ist politisch zu instabil, Europa könnte sich abhängig machen. Olav Hohmeyer sieht darin eher eine Chance für die Region.


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Wie der Wüstenstrom über eine Entfernung von 3000 Kilometern transportiert werden soll, ist noch eine andere Frage. Ein Netz von Gleichstromleitungen könnte den Strom mit geringen Verlusten aus der Sahara in deutsche Haushalte bringen. Doch solch ein gigantisches Stromnetz ist bislang noch eine technische Herausforderung.

Die mit Abstand teuerste Energiequelle
Ein Ausbau kleiner, dezentraler Anlagen in Deutschland wäre sinnvoller als der aufwendige Import von Strom aus der Sahara. Nach Meinung von Fachleuten könnte der Solarstrom von deutschen Hausdächern ausreichen, um Gemeinden mit Strom zu versorgen. Außerdem wird die Anlage auf dem eigenen Dach in ein paar Jahren günstiger sein, als die großen Solarkraftwerke in der Sahara. Die Wirtschaftlichkeit der Sonnenenergie ist und bleibt der größte Streitpunkt.

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Olav Hohmeyer, Experte für Energie- und Ressourcenwirtschaft:
"Zunächst einmal ist es ja extrem unterschiedlich, wie viel wir für verschiedenen regenerativen Strom bezahlen. Im Bereich der Windenergie sind das zur Zeit ca. 19 Cent pro Kilowattstunde on shore, im offshore Bereich sind es ein paar Cent mehr, im Bereich Photovoltaik geht das bis über 40 Cent die Kilowattstunde. Das ist schon mal eine Spanne von Faktor 4 und mehr zwischen den verschiedenen regenerativen Energiequellen. Photovoltaik ist sozusagen der Ausreißer nach oben, das ist die mit Abstand teuerste Energiequelle die wir dort haben."

Kosten, die der Verbraucher trägt. Laut einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung sind durch den teuren Solarstrom bisher Unkosten in Höhe von 27 Milliarden Euro entstanden.

Hintergrund: im Erneuerbare-Energien-Gesetz ist genau festgeschrieben, wie regenerative Energien bezahlt werden. Betreiber von Solar- oder Windkraftanlagen bekommen für die Kilowattstunde Ökostrom deutlich mehr, als konventioneller Strom an der Energiebörse kostet. Die Differenz zwischen dem Strompreis an der Börse und dem im Gesetz zahlt der Verbraucher - und das über 20 Jahre hinweg.

Subventionen, die der Branche Aufschwung geben
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Das heißt: Anlagen, die heute gebaute werden, werden über einen erhöhten Strompreis die nächsten 20 Jahre abgezahlt. Subventionen, die der Solarbranche Aufschwung geben. 2001 wurden in Deutschland Anlagen mit einer Gesamtleistung von nur 89 Megawatt installiert. Im vergangenen Jahr wurden bereits 2000 Megawatt installiert. Und das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass der Solar-Schuldenberg jedes Jahr um weitere zehn Milliarden Euro wächst.

Befürworter der regenerativen Energien halten dagegen. Wächst der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch so senkt das auch den Strom-Preis an der Börse - denn konventionelle Kraftwerke müssen seltener hochgefahren werden. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz sollen sich die Regenerativen auf dem Markt etablieren und so die Kosten senken.

Olav Hohmeyer, Experte für Energie- und Ressourcenwirtschaft:
"Im Moment tun wir das ja um die langfristigen Kosten der Photovoltaik zu senken. Es ist ja nicht so gedacht, dass wir die nächsten 100 Jahre für 40 Cent die Kilowattstunde Photovoltaikstrom machen. Sondern die Vorstellung ist, und dafür gibt es auch Untersuchungen, die das belegen, dass wir dort Märkte kreieren, die ein großes Volumen an Produktion von Solarzellen anstoßen. Dass dann die Preise fallen. Wir haben im letzten Jahr Berechnungen angestellt, wo wir heraus gefunden haben, dass wir bis 2035 ungefähr die Kosten für die Photovoltaik auf 7-10 Euro-Cent pro Kilowattstunde senken können, wenn wir diesen Weg weitergehen."

Sendedaten
07.12.2009, 21.30 Uhr
13.12.2009, 16.00 Uhr
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03.12.09 / hr