© ZDF/Carolin Röckelein Lupe
Zu Zin Moe vor ihrer Hütte in der Abenddämmerung.
Mädchengeschichten: Der Müll und das Mädchen
Zu Zin Moe lebt seit 7 Jahren auf einer Müllkippe in Thailand. Seit sie aus Burma geflohen ist, arbeitet sie dort und wohnt in einer kleinen Hütte, eng integriert in die Gemeinschaft der burmesischen Flüchtlinge. Irgendwann holt eine Hilfsorganisation die 17-jährige in eine Schule, in der man Nähen lernt und einen sauberen Platz zum Schlafen bekommt, um sie dadurch weg vom Müll zu bringen. Doch Zu Zin Moe will ihren eigenen Weg gehen.
Mit Müll geht Zu Zin Moe seit Jahren um. Sie kennt den Wert der einzelnen Stücke, sieht mit fachlichem Blick, wo es sich lohnt, etwas herauszupicken. Sie geht auf Müll, sie schläft darauf, sie lebt im Müll. Bis sie in die Nähschule kommt und lernen darf, eine "saubere" Arbeit zu tun. Solch eine Nähschule ist für die Flüchtlings–Teenager eine letzte Möglichkeit auf etwas Bildung. In den Schulen der Nichtregierungsorganisationen an der Grenze zwischen Burma und Thailand werden ausschließlich Kinder aufgenommen. Obwohl die Ausbildung ein Privileg ist, erhalten die Näherinnen später nur einen Job in einer Textilfabrik für einen Billiglohn. Zu Zin Moe hat ihre Vorstellung von der Zukunft und ist nicht ohne Träume. Sie steht zwischen zwei Leben und muss sich entscheiden. Mit ihr lernen wir, was für sie wichtig ist, ganz im Gegensatz zu dem, was vermeintlich das Beste für sie zu sein scheint.

Die Regisseurinnen über ihren Film: "Uns war wichtig, Zu Zin Moes Leben aus ihrer Sicht kennenzulernen, daher haben wir versucht, sie und ihre Freunde so weit wie möglich in den Prozess des Filmemachens zu integrieren. Von Journalisten und Hilfsorganisationen wird den Leuten auf der Müllkippe meist das menschenwürdige Leben abgesprochen, aber wie kann es sein, dass Menschen über anderer Menschen Leben urteilen? 'Erst wenn wir uns verstehen, können wir voneinander lernen.' Das sagt Zu Zin Moe, die nur 3 Jahre in ihrem kleinen Dorf zur Schule ging, und dennoch ihre eigenen Gedanken im Kopf hat, die sie unserem gemeinsamen Film mitgeben möchte."

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Zu Zin Moe findet einen jungen Spatzen auf dem Weg.
Die Autorinnen von "Der Müll und das Mädchen", Carolin Röckelein und Karin Dürr, arbeiten als Team seit 2004 zusammen und verfolgen dabei einen interdisziplinären Ansatz. Ihre Schwerpunkte liegen auf den Themen Migration, Flüchtlingsleben sowie Kinder und Jugendliche. Zu ihren letzten Arbeiten zählen "Finders Keepers. Dreamless Sleepers" (2010) und "In The Middle Of The Bridge" (2010).

Sendedaten
Sonntag, 9. Oktober 2011
18.30 Uhr
Credits
Mädchengeschichten: Der Müll und das Mädchen
Dokumentarfilm von Carolin Röckelein und Karin Dürr
Deutschland 2011, 29 Minuten

Erstausstrahlung
Dokumentarfilmreihe
MÄDCHENgeschichten