Das Papier wird blau
Als TV-Premiere in 3sat: Mehrfach ausgezeichneter rumänischer Spielfilm
Ungeachtet der Anweisungen seines Vorgesetzten will sich der junge Soldat Costi (Paul Ipate) in der Nacht der rumänischen Revolution von seiner Einheit absetzen  © ZDF / Tudor Lucaciu
Bukarest, 22. Dezember 1989: Miliz-Leutnant Neagu und seine jungen Untergebenen patroullieren in ihrem Panzerfahrzeug durch die Vorstädte, während an den Zentren der Macht die Revolution entschieden wird. Der junge Milizionär Costi verlässt die Gruppe, um beim staatlichen Fernsehsender für die Freiheit zu kämpfen. Leutnant Neagu macht sich auf die Suche nach dem "verlorenen Sohn" ... – Mehrfach ausgezeichneter rumänischer Spielfilm; Erstausstrahlung in der Reihe " Kinder der Revolution – Junges rumänisches Kino".
Bukarest, in der Nacht des 22. Dezember 1989: Während die Revolutionäre Macht übernehmen, folgt Miliz-Leutnant Neagu mit seinen jungen Untergebenen dem Befehl, in ihrem Panzerfahrzeug durch die Vorstädte zu patroullieren, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Der junge Milizionär Costi verlässt die Gruppe, um beim staatlichen Fernsehsender für die Freiheit zu kämpfen. Während Leutnant Neagu auf dem Fernsehgelände nach ihm sucht, wird Costi von Regimegegnern in einem umkämpften Gebäude ein Gewehr in die Hand gedrückt. Bald darauf aber verdächtigt man ihn als Spion und droht, ihn zu erschießen. Nach einem Anruf in der Wohnung seines Vaters, einem angesehenen Chirurgen, lässt man ihn laufen. Zu Hause wartet bei der Mutter und seiner Verlobten schon Leutnant Neagu auf ihn und nimmt den "verlorenen Sohn" wieder mit. Am anderen Morgen wird der Milizwagen vom Militär gestoppt. Leutnant Neagu gibt die ihm bekannte Parole aus: "Das Papier wird blau". Costi steigt mit einem Kameraden aus, um eine Zigarette zu rauchen. Da fallen Schüsse, und Costi, der Leutnant und die anderen werden Opfer eines tödlichen Missverständnisses.
Authentische Geschichte in dunklen Bildern
© ZDF / Tudor Lucaciu
Radu Muntean, der für seinen Film beim Festival in Cottbus 2006 mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurde, erzählt die weitgehend authentische Geschichte als eine einzige große Rückblende. Indem er mit der gewaltsamen Schlussszene beginnt, pointiert Muntean die tragischen Ereignisse und schafft es trotzdem, die Spannung zu halten und den Zuschauer in das dramatische Geschehen hineinzuziehen. In dunklen, teilweise fast monochromen Bildern schildert Muntean aus der Perspektive der untersten Hierarchieebene des untergehenden Systems sehr glaubwürdig und mit viel Sympathie für seine Protagonisten die gesellschaftliche Atmosphäre und die Widersprüche der rumänischen Revolution von 1989. "Das Papier wird blau" ist ein gesellschaftlich und politisch aufschlussreicher und beeindruckender Film.

Donnerstag, 23. April 2009
22.55 Uhr


(Hîrtia va fi alabastra)
Spielfilm, Rumänien 2006
91 Minuten
Regie: Radu Muntean
Mit Paul Ipate, Adi Carauleanu, Dragos Bucur
(rumänische Originalfassung mit Untertiteln)

Erstausstrahlung



Kinder der Revolution -
junges rumänisches Kino

Die "Rumänische Revolution 1989" bei Wikipedia
Artikel zum jungen rumänischen Kino (taz)

Offizielle Homepage zum Film (engl.)

09.04.2009 / Filmredaktion 3sat / JM
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