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Schokolade und Tabletten Video
Schokolade wirkt positiv auf das Herz-Kreislaufsystem - in gewissen Mengen
Keine Wunder-Medizin
Viele Wirkstoffe in der Schokolade zu gering dosiert
Schokolade kann unser Gehirn leistungsfähiger machen, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und Hautzellen regenerieren helfen.
Sie vermag es allerdings nicht direkt, Glücksgefühle auszulösen und die Lust zu steigern. Süchtig macht Schokolade nicht, allerdings führt sie bei übermäßigem Verzehr zu Übergewicht.

Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) haben Personen, die sieben Gramm kakaohaltiger Schokolade pro Tag verzehren im Vergleich zu Personen, die nur wenig Schokolade essen, ein um fast 40 Prozent verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei sank das Schlaganfallrisiko um fast die Hälfte – das Herzinfarktrisiko verminderte sich um 27 Prozent. Der Effekt sei zum Teil auf eine blutdrucksenkende Wirkung der Schokolade zurückzuführen, die durch Flavonoide ausgelöst wird, sekundäre Pflanzenstoffe im Kakao. Übermäßiger Schokoladeverzehr trägt allerdings zu Übergewicht bei und ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Mit sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen wehrt sich die Kakaopflanze gegen Fressfeinde. Polyphenole lösen bei uns jedoch eine positive Wirkung aus: Sie weiten die Blutgefäße im Gehirn und machen es so leistungsfähiger.

Forscher der Uni Münster haben mehrere Wirkstoffe aus der Kakaobohne herausgelöst. Erste Zwischenergebnisse legen nahe, dass diese Stoffe das Wachstum von Hautzellen fördern könnten.

Menge des Tryptophans in Schokolade ist zu gering
Schokoladentafel Lupe
Entgegen vieler Vermutungen enthält Schokolade keine Glückshormone
Schokolade enthält keine Hormone wie Serotonin, die Glücksgefühle bei uns auslösen. Jedoch steckt die Aminosäure Tryptophan in Schokolade, die zur Ausschüttung von Serotonin im Körper führen kann. "Allerdings ist Tryptophan in jedem Protein enthalten, zum Beispiel auch im Frühstücksei und ein Frühstücksei hat zumindest bei mir noch nicht irgendwelche Glücksgefühle nach dem Essen hervorgebracht“, sagt Prof. Klaus Roth vom Institut für Organische Chemie der Freien Universität Berlin. Die Menge des Tryptophans in Schokolade ist zu gering.

Ein Glücksgefühl entsteht Studien zufolge meist trotzdem, weil der Schokoladengenuss mit schönen Erinnerungen verbunden wird. Auch von der chemischen Verbindung Theobromin, der eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt wird, gibt es in der Schokolade zu wenig, als dass sie wirksam werden könnte.

Kakao enthält außerdem Phenylethylamin, das immer wieder für eine angeblich luststeigernde Wirkung von Schokolade angeführt wird. "Soweit ich das sehe, gibt es keine Studien, die das belegen, dass durch Schokolade die Lust gesteigert wird", sagt Joachim Westenhöfer. "Es ist einfach die Lust am Genuss, die dann Phantasien freisetzt und die wirken aphrodisisch."

Inhaltsstoffe von Schokolade machen nicht süchtig
Mörser mit Schokolade Lupe
Forscher untersuchen die Inhaltsstoffe der Schokolade
Schokolade macht nicht süchtig, auch wenn viele Menschen daran glauben. "Wenn etwas so gut schmeckt, dann hat man den Verdacht, dass da irgendwas drinsteckt, was einen zwingt, das zu essen", sagt Klaus Roth. "Es gibt tatsächlich schokoladensüchtige Menschen, die klinisch behandelt werden können. In einer Studie konnte man aber zeigen, dass diese Abhängigkeit rein psychischer Natur ist, denn man führte ihnen alle Stoffe aus der Schokolade versteckt zu und sie hatten weiterhin diese Sehnsucht nach Schokolade."

Schon ein Stück dunkle Schokolade pro Tag senkt laut einer Kölner Studie aus dem Jahr 2007 den Blutdruck. Der Effekt sei zwar nicht besonders ausgeprägt, aber ohne Gewichtszunahme oder andere Nebenwirkungen verlaufen. Bei weißer Schokolade stellte sich diese Wirkung nicht ein. An dem Versuch nahmen 44 Probanden mit leicht erhöhtem Blutdruck teil. Einige Teilnehmer aßen 18 Wochen lang täglich 6,3 Gramm dunkle Schokolade, die anderen bekamen dieselbe Menge weiße Schokolade. Mediziner befürchten jedoch, dass der positive Effekt durch die meist hohen Zucker- und Fettanteile in Kakaoprodukten wieder aufgehoben wird.

Lebensmittel
Die süße Urfrucht
Der Schokoladenhersteller Claudio Corallo nutzt die Urfrucht der Kakaobohne, um Schokolade zu produzieren.