Biber © dpa
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Mit Ästen und Stöcken stauen Biber Bäche, um Teiche für ihren Bau zu schaffen.
Der Biber - ein Helfer für andere, seltene Arten
Das große Nagetier fühlt sich in Deutschland wieder wohl
Der Biber staut Bäche auf und schafft so einen Lebensraum für zahlreiche seltene Tierarten wie Ringelnatter oder Schwarzstorch.

Die Biber waren wegen ihres Pelzes sehr begehrt
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Der Biber war bereits fast ausgerottet - jetzt erholt sich der Bestand.
Mittlerweile soll es in Deutschland wieder mindestens 30.000 Biber geben, rund 20.000 allein in Bayern. Dabei war Castor fiber, der eurasiatische Biber, zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu ausgerottet. Sein wasserdichter Pelz zog die Begehrlichkeit der Hutmacher und anderer Modeschöpfer auf sich. Das Castoreum, ein Analdrüsensekret, mit dem er sich wasserabstoßend einölt und sein Revier markiert, galt seit je als Heilmittel für allerlei Gebrechen und ging als "Bibergeil" in die Geschichte der Aphrodisiaka ein.

Das nach dem südamerikanischen Wasserschwein zweitgrößte Nagetier hat sich ans Wasser angepasst, um sich nicht zu überhitzen. Wenn der Biber Blutweiderich, Pestwurz und Knöterich am Ufersaum abgeweidet hat und dazu übergeht, Weiden, Pappeln und seine Lieblingsspeise, die Espen zu fällen, um an die zarte Rinde der Krone zu gelangen, erzeugt er überschüssige Wärme in seinem kompakten Körper. Diese leitet er über seinen flachen Schwanz, die Kelle, ins Wasser ab.

Spechte und Fledermäuse profitieren vom Biber
Der Biber verbaut Äste und Zweige zu einer Burg mit sicherem Eingang unter dem Wasserspiegel. Winterschlaf hält er nicht. Um für seinen bis zu 30 Kilogramm schweren Körper einen Mindestwasserstand von 50 Zentimetern zu erreichen, staut der Biber im Sommer allzu flache Bäche mit Dämmen aus Ästen und Schlamm. Grauerlen vertragen die Staunässe nicht und sterben ab. Dann profitieren Kleinspechte, Sumpfmeisen und Fledermäuse vom Totholz, und Eisvögel nehmen auf den entlaubten Skeletten ihren Ansitz zur Fischjagd.


Mediathek: Biber in Berlin
Video"Baum fällt!"
Biber haben in Berlin im Charlottenburger Schlosspark Seen und Bäche besiedelt. 30 der alten Bäume, die zum Gartendenkmal gehören, haben sie schon gefällt.