Für die Kunsthistorikerin sind schon die frühen Werke typisch für Caravaggio: Die "Reuige Magdalena", so lebensecht gemalt, dass jeder mitfühlt. "Das ist eigentlich das erste Mal in der Malerei, dass dieser Bekehrungsmoment der Magdalena im Bild dargestellt wird", so Ebert-Schifferer. "Diese Heilige ist doch nur ein Straßenmädchen", schimpften die Zeitgenossen. Hintergrund ist eine Skandalgeschichte, die sich bis heute hält. "Es gab keine weiblichen Modelle in Rom damals, die waren verboten", weiß die Kunsthistorikerin. "Die Maler haben für die Madonna die eigene Ehefrau genommen. Die hatte Caravaggio nicht, da nahm er eben Prostituierte. In diesem Fall liegt das nahe, weil Magdalena die Schutzheilige der Prostituierten ist."