Übersicht
TV-Programm
Mittwoch, 24. Juni
© WDR/dpa Lupe
Wahlwerbung vor den Trümmern eines Hauses: "Wählt SPD" fordert diese Gruppe für die Stadtratswahlen, die am 26. Mai 1946 in der amerikanischen Zone stattfinden.
Trümmerjahre an Rhein, Ruhr und Weser
3. Aufbruch zur Demokratie
Die Besatzungsmächte mussten an Rhein und Ruhr nicht nur zerstörte Städte, eine zerbombte Industrieregion im Ruhrgebiet und ein verlassenes Hinterland verwalten, sondern auch die gesamte politische Verwaltung neu aufbauen. Ein Machtvakuum, das nach der Kapitulation gar nicht so schnell zu füllen war.
© WDR/Ruhrlandmuseum Essen/Peter Kleu Lupe
Der Herzog von Gloucester besucht die Britische Armee in Essen Kray (1947)
Nach einer Umfrage der Amerikaner im Mai 1945 hing die Hälfte der Deutschen an der Vorstellung, der Nationalsozialismus an sich sei eine gute Sache, nur die Ausführung sei schlecht gewesen. Diesen Deutschen wurde zunächst jede politische Betätigung, die nicht ausdrücklich durch die Alliierten genehmigt worden war, verboten.

In den Jahren 1943/1944 war bereits die "Liste vertrauenswürdiger Deutscher" erstellt worden. Die Federführung besaß der amerikanische Geheimdienst OSS, der sich vorrangig auf die Informationen der zahlreichen Diplomaten und Geschäftsleute stützte, die vor dem Krieg u. a. in den amerikanischen Handelsmissionen von Berlin, München, Köln und Düsseldorf tätig gewesen waren. Einige von den auf der Liste genannten Deutschen übernahmen bereits in den ersten Nachkriegsmonaten wichtige politische Aufgaben: der bekannteste darunter sicher Konrad Adenauer. Er wurde im Mai 1945 als Oberbürgermeister von Köln eingesetzt.


Presse wurde immer weniger kontrolliert
© WDR/Ruhrlandmuseum Essen/Peter Kleu Lupe
1948: Die Zeitschrift "Die Welt" eröffnet eine Regionalredaktion. Ein Schildermaler gestaltet einen Auslieferungs-LKW neu.
Die rheinischen und westfälischen Provinzen wurden nach dem Willen der Alliierten in die neue demokratische Rechtsform des Landes Nordrhein-Westfalen überführt - ein Schritt, bei dem die unterschiedlichsten regionalen und landsmannschaftlichen Bedenken und Zögerlichkeiten ausgeräumt werden mussten.

Als heikel erwies sich auch die praktische Umsetzung der alliierten Entnazifizierungs- und Reeducation-Programme. Um den Deutschen Meinungsfreiheit "beizubringen", unterzogen die Amerikaner und Briten die erscheinenden Zeitungen zunächst einer strengen Kontrolle. Im Zuge der Herstellung von Pressefreiheit wurde die Kontrolle immer weiter zurückgefahren. Der Weg zur Demokratie war für Parteien, Gewerkschaften, Verbände und Medien nicht immer nur einfach und geradlinig - aber er war nachhaltig erfolgreich.


Sendedaten
Freitag, 12. März 2010, 20.15 Uhr
Sendung zum Thema
Trümmerjahre an Rhein, Ruhr und Weser (1/4): Ruinenkinder
Sendung zum Thema
Trümmerjahre an Rhein, Ruhr und Weser (2/4): Zeit der Frauen
Sendung zum Thema
Trümmerjahre an Rhein, Ruhr und Weser (4/4): Die Stunde der Malocher
Links
mehr zum Thema